Unterfranken schlägt Alarm: Main-Warnstufe wegen Hitze und Trockenheit

Die Regierung von Unterfranken hat eine Warnung für den Main ausgesprochen. Anhaltende Hitze belastet die Gewässerökologie.
Die Regierung von Unterfranken hat eine Warnung für den Main ausgesprochen. Anhaltende Hitze belastet die Gewässerökologie. (Symbolbild/MW)

Unterfranken schlägt Alarm: Main-Warnstufe wegen Hitze und Trockenheit

Miltenberg, Deutschland - In den letzten Tagen hat sich die Wetterlage in Bayern erheblich verändert, was jetzt zu einer Warnung der Regierung von Unterfranken geführt hat. Für den Meldebereich 1, der sich von der Landesgrenze nach Hessen bei Kahl bis nach Würzburg erstreckt, wurde die Warnstufe „WARNUNG“ ausgerufen. Grund dafür sind die anhaltend hohen Temperaturen und die trockene Wetterlage, die die gewässerökologischen Verhältnisse im Main stark belasten, wie landkreis-miltenberg.de berichtet.

An der Messstation Erlabrunn wurde der kritische Schwellenwert für die Wassertemperatur von 26 °C über sieben Stunden überschritten. Diese hohen Wassertemperaturen sind nicht nur für die Gewässerlebewesen problematisch, sondern können auch zu Sauerstoffdefiziten führen. Bisher liegen die Sauerstoffwerte an den Messstationen unterhalb der kritischen Werte, jedoch zeigt ein Blick auf die Messstation Trunstadt, dass der Sauerstoffgehalt bei 6,7 mg/l liegt, was als niedrig eingestuft wird. Ein bevorstehendes Gewitter könnte diese Situation weiter verschärfen.

Der Alarmplan Main Ökologie (AMÖ)

Der Alarmplan Main Ökologie verfolgt das Ziel, frühzeitig kritische ökologischen Zustände im Main zu erkennen und die Öffentlichkeit sowie Gewässernutzer zu sensibilisieren. Der NID Bayern stellt fest, dass dafür verschiedene Warnstufen definiert wurden, die auf festgelegten Kriterien für Wassertemperatur, Sauerstoffgehalt und Abfluss basieren.

Im Meldebereich 2, der Würzburg in Richtung Bamberg abdeckt, bleibt die behördeninterne Vorwarnstufe bestehen. Angesichts der aktuellen Situation im Meldebereich 1 sollten keine zusätzlichen Aktivitäten unternommen werden, die den Main weiter belasten könnten, wie beispielsweise Schlammräumungen oder Baggerungen. Außerdem sind Wartungsarbeiten an Kläranlagen momentan nicht erlaubt.

Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Gewässer

Doch warum kommt es gerade jetzt zu dieser kritischen Situation? Der LFU Bayern macht deutlich, dass der Klimawandel einen erheblichen Einfluss auf unsere Gewässer hat. Höhere Wassertemperaturen und veränderte Niederschlagsmuster beeinflussen nicht nur die Sauerstoffgehalte im Wasser, sondern auch die Lebensgemeinschaften im Main. Kälteliebende Arten, wie beispielsweise die Bachforelle, ziehen sich in kühlere Gewässer zurück, während wärmeliebende Arten, wie der Karpfen, von den steigenden Temperaturen profitieren.

Langfristig könnten durch diese Veränderungen nicht nur Fischbestände gefährdet werden. Auch die Häufigkeit von Niedrigwasser-Situationen nimmt zu, was insbesondere kleinere Bäche betrifft, die austrocknen könnten. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie wichtig Maßnahmen sind, die darauf abzielen, die Widerstandsfähigkeit der Gewässerökosysteme zu stärken. Dazu zählen unter anderem die Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit und die Reduzierung von Nährstoffeinträgen in die Gewässer.

Unter diesen Rahmenbedingungen wird die laufende Überwachung des Mains und die frühzeitige Erkennung ökologischer Probleme immer wichtiger. Bleiben Sie informiert und handeln Sie achtsam, damit wir auch in Zukunft die Schönheit und Vielfalt unserer Gewässer erhalten können.

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OrtMiltenberg, Deutschland
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