Bürgerversammlung in Polling: Windkraft, Verkehr und Haushaltspläne im Fokus
In Polling fand am 26. November 2025 eine Bürgerversammlung zu Windkraft, Verkehrssicherheit und Bauprojekten statt.

Bürgerversammlung in Polling: Windkraft, Verkehr und Haushaltspläne im Fokus
In Polling fand am 26. November die zweite Bürgerversammlung 2025 statt, zu der etwa 70 Bürgerinnen und Bürger erschienen sind. Bürgermeister Lorenz Kronberger und Landrat Max Heimerl nahmen sich drei Stunden Zeit, um auf die Fragen der Anwesenden einzugehen. Die Themen waren vielfältig und reichten von Windkraftprojekten über Verkehrsprobleme bis hin zu Hochwassersorgen durch die neu errichtete Hirschbachbrücke.
Ein zentrales Anliegen war die Diskussion über die Windräder. Hierbei wurde deutlich, dass die Bürgerbeteiligung zurzeit als unzureichend wahrgenommen wird, da die Gemeinde nicht im Landkreiswerk Mitglied ist. Dies könnte sich negativ auf die finanziellen Vorteile auswirken, die durch die Kommunalabgabe in Höhe von bis zu 0,2 Cent pro eingespeister Kilowattstunde entstehen können. Denn in der Regel profitieren nur die Gemeinden im Umkreis von 2,5 Kilometern rund um die Anlagen von dieser Abgabe, die laut Statkraft dazu genutzt werden kann, lokale Projekte in den Bereichen Infrastruktur und Bildung zu finanzieren.
Haushalt und Infrastruktur
Kronberger informierte die Anwesenden auch über den Haushalt für 2024, der ein Volumen von etwa 10 Millionen Euro aufweist. Eine solide Einnahmequelle soll die Gewerbesteuer mit rund 2 Millionen Euro sowie die Einkommensteuer, die auf 2,5 Millionen Euro geschätzt wird, sein. Die Ausgaben sind unter anderem für die Personalkosten (1,6 Millionen Euro) und für die Kinderkrippe (1 Million Euro) eingeplant. Trotz einer Einwohnerzahl von 3.381, die leicht gestiegen ist, bleibt die Gemeinde mit Schulden von 950.872 Euro belastet. Die Rücklagen betragen bereinigt 6,5 Millionen Euro.
Ein bemerkenswertes Projekt ist der Anbau an der Kinderkrippe, der mit 1,45 Millionen Euro um 200.000 Euro günstiger ausgefallen ist als zuvor veranschlagt. Auch der Glasfaserausbau, der mit rund 6 Millionen Euro beziffert wird und zu über 90 % gefördert ist, könnte für viele Haushalte von Bedeutung sein, da 340 Anschreiben bereits auf dem Tisch liegen.
Bebauungspläne und Verkehrsprobleme
Im Rahmen der Versammlung wurde ebenfalls auf den Bebauungsplan Annabrunn hingewiesen, der rechtliche Mängel aufweist. Der Gemeinderat plant dazu ein Änderungsverfahren, um die Bedenken des Landratsamtes auszuräumen. Positiver steht dagegen der Bebauungsplan „Ziegelbreite“ da, dessen Planentwürfe am 30. Oktober 2025 vom Gemeinderat genehmigt wurden. Die öffentliche Auslegung läuft bis zum 11. Dezember, wobei Rückmeldungen direkt an das Bauamt geschickt werden können.
Verkehrsprobleme belasten die Anwohner von Polling und Oberflossing besonders. Es gibt ausgeprägte Sorgen über Raser und unruehere Verkehrssituationen. Die Bürger forderten Vorschläge für eine Tempo-30-Regelung sowie weitere Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung. Die Bedenken bezüglich der Hochwassersituation durch die neue Hirschbachbrücke wurden ebenfalls lautstark geäußert, insbesondere hinsichtlich der Durchlasshöhe und der getätigten Hochwasserberechnungen.
Trotz der Vielzahl an Herausforderungen und Themen, die bei der Bürgerversammlung angesprochen wurden, bleibt der Ausblick optimistisch. Die Gemeinde wertet das Engagement der Bürger als wichtiges Signal und zeigt sich aufgeschlossen für weitere Diskussionen, um die Anliegen der Bevölkerung bestmöglich zu berücksichtigen.