Streit um Heizung: Pellet oder Wärmepumpe im neuen Pähler Rathaus?
Diskussion um den Neubau des Pähler Rathauses in Weilheim-Schongau, inklusive Heizsystemwahl und Bauplatz.

Streit um Heizung: Pellet oder Wärmepumpe im neuen Pähler Rathaus?
In Pähl ist die Diskussion um die Heiztechnik des neuen Rathauses in der Eichbergstraße, zwischen der Kleinen Schule und dem Feuerwehrhaus, erneut entbrannt. Nachdem die Entwurfsplanung für den Neubau im Oktober mit einer Mehrheit von 13:2 Stimmen beschlossen wurde, sehen einige Gemeinderäte, unter ihnen Christina Porzelt von den Freien Wählern, noch Klärungsbedarf. Ihr Vorschlag, eine Wärmepumpe anstelle der geplanten Pelletheizung zu erwägen, könnte der Gemeinde nicht nur finanzielle Vorteile bringen, sondern auch die Anwohner entlasten.
Die von Porzelt angegebene Ersparnis von rund 70.000 Euro ist nicht unwesentlich. Wärmepumpen erfreuen sich in Deutschland einer wachsenden Beliebtheit: Laut Heizungsfinder wurden 2020 rund 120.000 dieser Energieanlagen installiert, was einem Zuwachs von 40 % im Vergleich zu 2019 entspricht. Sie gelten nicht nur als effizient, sondern erfüllen auch die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Zudem sind sie platzsparend und verursachen geringere Betriebskosten im Vergleich zur traditionellen Gasheizung.
Argumente für die Pelletheizung
Dennoch verteidigte Bürgermeister Simon Sörgel die getroffene Entscheidung für die Pelletheizung, die in Pähl als Teil eines Nahwärmenetzes eingeplant ist. Architekt Benedikt Sunder-Plassmann hob während der letzten Ratssitzung die Vorteile der Unterkellerung und der Pelletheizung hervor, unterstützt durch eine Wirtschaftlichkeitsberechnung des Ingenieurbüros Edenhofer. Er betont, dass der Keller eine rund 90 Quadratmeter große Fläche für unterschiedliche Vereinsnutzungen bereitstellt und ein zusätzlicher Heizungsraum für das Nahwärmenetz vermieden werden kann.
Das Argument der Anwohnerbelästigung durch die Anlieferung von Pellets ist nicht zu vernachlässigen, auch wenn Pelletheizungen CO₂-neutral arbeiten. Ihre größere Flächenanforderung und der höhere Wartungsaufwand im Vergleich zu Wärmepumpen könnten jedoch auf lange Sicht zu höheren Lasten führen. Pelletheizungen sind in der Anschaffung teurer, während die Betriebskostensteigen: Sie können zwischen 800 und 1.800 Euro jährlich betragen, während Wärmepumpen im Durchschnitt zwischen 500 und 1.500 Euro jährlich kosten.
Ein Blick auf die Zukunft der Heiztechnik
Beide Heiztechnologien haben ihre Vorzüge und eignen sich für unterschiedliche Einsatzbereiche. Wärmepumpen nutzen Umweltenergie aus Luft, Erde oder Wasser und gelten als zukunftssicher, da sie aktuelle und geplante gesetzliche Anforderungen erfüllen. Sie sind ideal für gut gedämmte Neubauten oder sanierte Altbauten und bieten zudem Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen, was in den heutigen klimatischen Zeiten von großer Bedeutung ist.
Während die Diskussion über das Heizsystem des neuen Pähler Rathauses weitergeht, wird klar, dass der gewählte Weg lange Auswirkungen auf die lokale Gemeinschaft haben wird. Die Entscheidung wird nicht nur die wirtschaftliche Seite betreffen, sondern auch den ökologischen Fußabdruck des neuen Rathauses und das Wohl der Anwohner. So bleibt abzuwarten, ob die Argumente für eine Wärmepumpe die Meinungen im Gemeinderat noch einmal aufmischen.