Skifahren in Gefahr: Kunstschnee rettet Bayerns Pisten vor dem Klimawandel!

Transparenz: Redaktionell erstellt und geprüft.
Veröffentlicht am

Oberallgäu kämpft mit Klimawandel: Kunstschnee und neue Technik sichern Wintersport in der Region. Neue Entwicklungen und Herausforderungen.

Oberallgäu kämpft mit Klimawandel: Kunstschnee und neue Technik sichern Wintersport in der Region. Neue Entwicklungen und Herausforderungen.
Oberallgäu kämpft mit Klimawandel: Kunstschnee und neue Technik sichern Wintersport in der Region. Neue Entwicklungen und Herausforderungen.

Skifahren in Gefahr: Kunstschnee rettet Bayerns Pisten vor dem Klimawandel!

In den bayerischen Alpen steht das Skifahren auf der Kippe, denn die Herausforderungen durch den Klimawandel werden immer sichtbarer. Besonders im Skigebiet Fellhorn-Kanzelwand ist die technische Beschneiung unter den aktuellen Gegebenheiten entscheidend. Henrik Volpert, Vorstand der Bergbahnen Oberstdorf-Kleinwalsertal, beschreibt die künstliche Beschneiung als „Lebensversicherung“ für die Hauptsaison. Um die Schneesicherheit auch rund um Weihnachten garantieren zu können, sind Minusgrade in der Nacht und der Einsatz von Schneekanonen am Morgen unerlässlich.

Die Notwendigkeit für technische Hilfe wird durch die Tatsache verstärkt, dass Naturschnee zunehmend unzuverlässig ist. Um die Snowproduktionsanlagen effizient zu betreiben, benötigen diese etwa 70 bis 80 Stunden konstant kalte Temperaturen. Ein Kälteeinbruch Ende November 2025 erlaubte einen frühen Start der Beschneiung, was für die aktuellen Skisaison von Vorteil war. Doch während momentan noch viele Pisten befahrbar sind, wird die Zukunft der Wintersportorte durch die steigenden Temperaturen und die Verschiebung der Nullgradgrenze stark gefährdet.

Die Nullgradgrenze und ihre Auswirkungen

Die Analyse von BR Data zeigt, dass die durchschnittliche winterliche Nullgradgrenze in den Alpen zwischen 1961 und 1990 bei etwa 1.100 Metern lag. Zukünftige Prognosen der Vereinten Nationen deuten jedoch auf eine Erwärmung von 2,8 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts hin. Bei einer solchen Erderwärmung wird die Nullgradgrenze voraussichtlich auf etwa 1.700 Meter steigen. Dies hätte gravierende Folgen für die Skigebiete: In Österreich werden voraussichtlich etwa 50 % der Pisten unterhalb dieser Grenze liegen, in Deutschland nur noch etwa 10 %.

Gerade kleinere Skigebiete werden unter diesen Bedingungen leiden. Viele stellen bereits auf Naturschnee-Skigebiete um, die nur dann betrieben werden können, wenn es genügend Naturschnee gibt. Experten warnen, dass die technische Beschneiung, obwohl sie auch bei Temperaturen über null Grad möglich ist, auf Dauer wirtschaftlich fraglich werden könnte, da sie einen hohen Energie- und Wasseraufwand erfordert.

Investitionen in die Zukunft

Im Skigebiet Fellhorn-Kanzelwand wird jedoch in moderne Beschneiungstechnik investiert. Ein geplanter neuer Speichersee mit einem Volumen von 170.000 Kubikmetern soll zur Verbesserung der Beschneiung beitragen. Doch der Bauantrag für diesen Speicherteich wird erst 2026 beim Landratsamt Oberallgäu eingereicht. Angesichts steigender Energiekosten und der ökologischen Konsequenzen hat Simon Eisele vom Deutschen Alpenverein Bedenken zur Nachhaltigkeit solcher Projekte geäußert.

Die Situation wird auch durch die Einstellung der staatlichen Förderung für Schneekanonen ab Januar 2024 komplizierter. Das bayerische Landwirtschaftsministerium begründet diesen Schritt mit seit zwei Jahren fehlenden Anträgen für neue Beschneiungsanlagen, obwohl die staatliche Unterstützung über die bayerische Regionalförderung oder die Spitzensportförderung des Bundes weiterhin möglich bleibt.

Die Herausforderungen, die die Skigebiete bewältigen müssen, sind zahlreich. Georg Bayerle von der Bergsteigerredaktion des Bayerischen Rundfunks hebt hervor, wie wichtig es ist, dass Skigebiete naturverträglicher und nachhaltiger werden, insbesondere in Bezug auf Anreise und Energieverbrauch. Der Klimawandel ist der größte Treiber dieser Entwicklung und wird das Bild der bayerischen Wintersportorte nachhaltig prägen.

Der Podcast „nah dran“ befasst sich unter anderem mit der Frage, wie Skigebiete und Veranstalter mit den veränderten Bedingungen umgehen und welche Alternativen zum klassischen Alpinski existieren. Der Klimawandel macht nicht nur das Skifahren herausfordernd, sondern auch die gesamte touristische Infrastruktur der Region ist in Bewegung.