Peißenberg: Streetworker fordert mehr Plätze für Jugendliche in Not!

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Der Marktrat Peißenberg erhöht die Stundenzahl der Streetworkerin zur Unterstützung von Jugendlichen und fordert mehr Aufenthaltsplätze.

Der Marktrat Peißenberg erhöht die Stundenzahl der Streetworkerin zur Unterstützung von Jugendlichen und fordert mehr Aufenthaltsplätze.
Der Marktrat Peißenberg erhöht die Stundenzahl der Streetworkerin zur Unterstützung von Jugendlichen und fordert mehr Aufenthaltsplätze.

Peißenberg: Streetworker fordert mehr Plätze für Jugendliche in Not!

Vor einer bemerkenswerten Herausforderung stehen die Jugendlichen in Peißenberg: Sie wünschen sich Aufenthaltsplätze, an denen sie ungestört ihre Freizeit verbringen können. Der Marktrat hat vor einem Jahr die Arbeitszeit der Streetworkerin Elisa Finsterer von 5,25 auf 13 Stunden pro Woche erhöht, um dieser Nachfrage besser gerecht zu werden. In der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses wurde bereits über die positiven Auswirkungen dieser Erhöhung gesprochen, die zu mehr Kontakten und intensiveren Unterstützungsangeboten geführt hat. Doch trotz dieser Fortschritte betont Finsterer, dass die 13 Stunden nicht ausreichen, um alle Anliegen der Jugendlichen abzudecken.

Besonders in der Zeit vor Weihnachten, die für viele junge Menschen eine „krisenhafte Zeit“ darstellt, sind bereits etliche Jugendliche aus ihrer Berufsausbildung gefallen. Die Situation verdeutlicht den klaren Bedarf an mehr Aufenthaltsplätzen und einer größeren Auswahl an Anlaufstellen, insbesondere für diejenigen, die kein sicheres Zuhause haben. Finsterer fordert daher eine größere Methodenvielfalt innerhalb der Unterstützungsangebote. Dies könnte durch mögliche Kooperationen mit anderen Kommunen zur Finanzierung weiterer Streetworker geschehen.

Die Rolle der digitalen Sozialarbeit

Nicht nur das klassische Streetworking, sondern auch digitale Ansätze werden zunehmend wichtig. Laut einer aktuellen Untersuchung verbringen Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren durchschnittlich über 3,5 Stunden täglich im Internet. Digitale Räume unterstützen die Sozialisation, Identitätsbildung und den Austausch von Informationen. Hier setzen digitale Streetworker an, die Jugendliche genau dort erreichen, wo sie sich in ihrer Freizeit aufhalten, sei es auf sozialen Medien oder in Online-Foren. bpb.de betont, dass diese Form der aufsuchenden Sozialarbeit seit ihren ersten Ansätzen Anfang der 2000er Jahre an Bedeutung gewonnen hat.

Die klassische Straßensozialarbeit, die in den 1970er Jahren ins Leben gerufen wurde, um vor allem Jugendlichen mit Drogenproblemen zu helfen, hat sich weiterentwickelt. Den digitalen Raum zu nutzen, ist heute unverzichtbar, denn die Jugendlichen sind hier sehr aktiv. Die Digital Streetworker sind auf Plattformen wie Instagram, TikTok und Discord präsent. Themen wie psychische Gesundheit, Einsamkeit oder Mobbing stehen dabei häufig im Fokus, wie auch deutschlandfunkkultur.de berichtet.

Herausforderungen und Zukunftsperspektiven

Die Herausforderungen sind groß: Jugendliche sind online oft mit extremen Inhalten konfrontiert und leiden unter digitalem Mobbing. Eine erschreckende Zahl aus der JIM-Studie 2023 zeigt, dass mehr als die Hälfte der befragten Jugendlichen mit beleidigenden Kommentaren in Kontakt gekommen ist. Hier offering digital Streetworker ihre Unterstützung an, indem sie Beratung und psychosoziale Hilfe leisten und zu lokalen Angeboten wie Therapieplätzen vermitteln. Deutschlandfunk Kultur hebt hervor, dass digitales Streetwork viele Jugendliche erreicht, auch wenn nicht immer sofortige Erfolge sichtbar sind.

Um zukunftsorientierte Hilfsangebote zu gestalten, gilt es, digitale und klassische Sozialarbeit zu verbinden und diese auch in die Hochschulausbildung der Sozialen Arbeit zu integrieren. Trotz der Widerstände zeigt sich, dass der Bedarf an digitaler Sozialarbeit wächst und innovative Projekte wie „Digital Streetwork“ bereits über 7.000 Kontakte in Bayern ermöglicht haben. Kurz gesagt: Die Sozialarbeit der Zukunft muss sowohl online als auch offline fit sein – nur so können die tatsächlichen Bedürfnisse der Jugendlichen bestmöglich erfüllt werden.