Digitale Sommerausstellung: Künstlerinnen aus Dachau im Rampenlicht!
Die digitale Sommerausstellung in Dachau zeigt bis Oktober Werke von Künstlerinnen aus 25 europäischen Kolonien.

Digitale Sommerausstellung: Künstlerinnen aus Dachau im Rampenlicht!
In Dachau findet gerade eine spannende digitale Sommerausstellung statt, die nicht nur Kunstliebhaber, sondern auch jene interessieren dürfte, die sich für die Rolle von Frauen in der Kunstgeschichte begeistern. Die Veranstaltung, an der 25 Museen aus sieben Ländern teilnehmen, ist den Künstlerinnen gewidmet, die um 1900 eine prägende Rolle in den Künstlerkolonien spielten.
Euroart, der Verbund ehemaliger europäischer Künstlerkolonien, präsentiert die Ausstellung nun schon zum vierten Mal und hat es sich zum Ziel gesetzt, auf die wichtige das Schaffen von Frauen in Künstlerkolonien aufmerksam zu machen. Denn oft sind die Werke von Künstlerinnen in Sammlungen stark unterrepräsentiert. So zeigen auch die Dachauer Künstlerkolonie zwei Originale aus ihrem Bestand, die bis Oktober bewundert werden können.
Die Protagonistinnen der Ausstellung
Besonders im Fokus stehen die beiden Malerinnen Emmy Buchka-Lenbach (1868–1960) und Emmi Walther (1860–1936). Beide Künstlerinnen lebten und arbeiteten viele Jahre in Dachau und haben die Kunstszene der damaligen Zeit maßgeblich geprägt. Buchka-Lenbach war 1919 Gründungsmitglied der Künstlergruppe Dachau, aus der schließlich 1927 die Künstlervereinigung (KVD) entstand. Ihre Nichte, die mit dem Maler Carl Buchka verheiratet war, widmete sich hauptsächlich den Landschaften und dem alltäglichen Leben rund um Dachau.
Walther dagegen kam 1896 als Schülerin von Adolf Hölzel in die Stadt und erlebte in Paris einige inspirierende Jahre, wo sie unter anderem Paula Becker und Clara Westhoff kennenlernte. 1916 ließ sie sich schließlich in Dachau nieder, wo sie bis zu ihrem Tod blieb. Beide Künstlerinnen haben den Ort nicht nur bereichert, sondern auch das Erbe der Künstlerkolonie Dachau festgeschrieben.
Kunst im digitalen Zeitalter
Die digitale Sommerausstellung ist eine willkommene Möglichkeit, Kunst einfach und bequem zu Hause zu erleben. Die Gemäldegalerie beteiligt sich nun zum zweiten Mal daran und zeigt neben den Originalen auch die gesamte Ausstellung auf dem Bildschirm. Die Bilder werden bis Oktober zu sehen sein, wobei die Gallery montags geschlossen bleibt.
Insgesamt lädt die Ausstellung dazu ein, die wertvolle Geschichte weiblicher Künstler zu entdecken und deren Beiträge zur Entwicklung der Künstlerkolonien zu würdigen. Egal, ob man ein passionierter Kunstkenner oder einfach nur neugierig ist, hier sollte jeder auf seine Kosten kommen!