Eishockey-Skandal in Memmingen: Ex-Vorstand wegen Betrugs angeklagt!
Staatsanwaltschaft Augsburg klagt ehemaligen ECDC Memmingen-Vorstand wegen Untreue und Betrugs über 342.000 Euro an.

Eishockey-Skandal in Memmingen: Ex-Vorstand wegen Betrugs angeklagt!
In einem auffälligen Fall von Wirtschaftskriminalität hat die Staatsanwaltschaft Augsburg Anklage gegen den ehemaligen Vorstand des Eishockeyvereins ECDC Memmingen erhoben. Der Beschuldigte sieht sich schweren Vorwürfen von Untreue, Urkundenfälschung und Betrug gegenüber. Insgesamt soll der 55-jährige Ex-Vorstand, zuletzt in der Position des Schatzmeisters des CSU-Kreisverbandes Memmingen tätig, durch seine Machenschaften rund 342.000 Euro von zwei Vereinen, einer politischen Partei sowie einer Privatperson abgezweigt haben. Inzwischen liegt die Anklage beim Amtsgericht Augsburg, das nun über die Zulassung zur Hauptverhandlung entscheiden muss, wie BR24 berichtet.
Die Vorwürfe sind nicht zu unterschätzen und werfen ein dunkles Licht auf die Vereinslandschaft in der Region. Während die Ermittlungen etwa ein Jahr in Anspruch nahmen und die Vereinsarbeit stark belasteten, kam es auch zu einer Durchsuchung der Wohnung des Beschuldigten, wobei Beweismittel sichergestellt wurden. Laut AllgäuHit waren mehrere Kriminalbeamte und eine Staatsanwältin anwesend, als die Durchsuchung stattfand. Es ist zu vermuten, dass Gelder in die private Tasche des Ex-Funktionärs geflossen sind, sodass die Schädigung des ECDC Memmingen gewaltig erscheint.
Schwierige Zeiten für den Eishockeyverein
Trotz dieser Schieflage schaffte es der ECDC Memmingen, die letzte Saison erfolgreich zu beenden, auch wenn die finanziellen Probleme durch die Unregelmäßigkeiten in der Vereinskasse spürbar waren. Ein unerklärlicher Betrag im sechsstelligen Bereich ließ Alarmglocken läuten, was schließlich zur Strafanzeige führte. Vorstandsmitglied Thomas Butzke äußerte sich erleichtert über die Anklage und hofft auf einen zügigen Abschluss des Verfahrens. Kontakt zu den Geschädigten soll bereits bestehen, um eine Schadenswiedergutmachung in die Wege zu leiten.
Wenn die Anklage vom Amtsgericht Augsburg zugelassen wird, könnte eine Verhandlung bereits im Herbst stattfinden. Die Staatsanwaltschaft, zuständig für Wirtschaftsstraftaten im Allgäu, prüft den Verdacht der Untreue in mehr als 100 Fällen. Bis dahin bleibt der Ex-Vorstand unschuldig, denn die Unschuldsvermutung gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung.
Economie und Kriminalität im Trend
Wirtschaftskriminalität bleibt ein zentrales Thema in Deutschland. Im Jahr 2023 wurden laut dem Bundeskriminalamt etwa 38.900 Wirtschaftsdelikte erfasst, was im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang darstellt. Dennoch beläuft sich der finanzielle Schaden durch solche Delikte auf circa 2,7 Milliarden Euro. Ein häufiges Delikt ist der Betrug, mit rund 18.100 registrierten Fällen im Jahr 2023. Die Angelegenheit rund um den ECDC Memmingen reiht sich in die Liste solcher Vergehen ein und zeigt, wie wichtig Transparenz und Kontrolle in der Vereinsarbeit sind, um Vertrauensmissbrauch und finanzielle Schäden zu verhindern.
In der Region schauen viele gespannt zu, wie sich dieser Fall entwickeln wird – die Hoffnungen auf ein baldiges Ende und eine mögliche Schadenswiedergutmachung bleiben bestehen.