Bluttat am Brombachsee: Prozess um Mord an 15-Jährigen beginnt
Ein 15-Jähriger starb nach einem Streit am Brombachsee, die 19-Jährige steht wegen Mordes vor Gericht. Prozessbeginn am 22. Januar.

Bluttat am Brombachsee: Prozess um Mord an 15-Jährigen beginnt
Ein tragisches Tötungsdelikt am Großen Brombachsee schockiert derzeit die Region Mittelfranken. Am 21. Juni 2025 kam ein 15-jähriger Jugendlicher aus Nürnberg bei einem Streit ums Leben. Die Polizei fand den Jungen, der sowohl die deutsche als auch die brasilianische Staatsangehörigkeit hatte, in der Nähe einer Bushaltestelle am Ramsberger Bahnhof. In diesen schweren Stunden bleibt eine Frage im Raum: Was genau geschah in der Nacht, die zu einem solchen Unglück führte?
Die Staatsanwaltschaft hat nun Anklage gegen eine 19-jährige Nürnbergerin erhoben. Ihr wird vorgeworfen, dem Jugendlichen nicht nur einen Faustschlag verpasst, sondern ihm außerdem mit einem Messer in den Hals gestochen zu haben. Diese brutale Tat geschah, nachdem der Streit über eine Zigarette entbrannt war. Berichten von Nordbayern zufolge, soll es zuvor zu rassistischen Beleidigungen gekommen sein, die von der Angeklagten geäußert wurden.
Hintergründe und Motive des Konflikts
Die Auseinandersetzung fand gegen 21:30 Uhr statt, wobei der 15-Jährige mit ein bis zwei Bekannten auf die Gruppe der 19-jährigen Frau traf. Die Staatsanwaltschaft stützt die Mordanklage auf Videoaufnahmen und Zeugenaussagen von insgesamt 29 Zeugen und drei Sachverständigen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, inwiefern fremdenfeindliche Äußerungen eine Rolle spielten. Laut den Ermittlungen kann jedoch nicht bestätigt werden, dass das Motiv der Tat rassistischer Natur war, wie BR berichtet.
Die 19-Jährige war zum Zeitpunkt der Tat bereits polizeilich bekannt, sie hatte unter anderem Einträge wegen Gewaltdelikten und Verstößen gegen das Waffengesetz. Der Tatablauf selbst gibt viel zu denken: Nachdem der 15-Jährige nach einer Zigarette gefragt hatte, schaukelte sich der Streit auf und ging schließlich tödlich aus. Trotz sofortiger Erste-Hilfe-Maßnahmen verstarb der Jugendliche noch am Tatort.
Der Prozess
Der Prozess gegen die Tatverdächtige beginnt am 22. Januar 2026 vor der Jugendkammer des Ansbacher Landgerichts. Dabei wird auch die Frage entscheidend sein, ob Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht angewendet wird. Eine Verurteilung nach Jugendstrafrecht würde eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren zur Folge haben, während bei Erwachsenenstrafrecht sogar lebenslange Freiheitsstrafe droht.
Am ersten Prozesstag wird die Angeklagte Gelegenheit haben, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Auch die Vernehmung von Zeugen aus ihrem Umfeld steht auf dem Plan. Die Öffentlichkeit wird dabei nicht ausgeschlossen, doch eine endgültige Entscheidung darüber steht noch aus.
Bis zu sieben Verhandlungstage sind momentan für den Prozess angesetzt. Die Schwere des Vorfalls und die Umstände werfen einen langen Schatten über die betroffene Gemeinschaft, und es bleibt abzuwarten, wie die Justiz in diesem tragischen Fall entscheiden wird.