Nesselwang droht Investmentstopp: Kämmerer warnt vor Fachkräftenverlust!

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Nesselwang im Ostallgäu reduziert 2023 Investitionen aufgrund hoher Kreisumlage, bleibt jedoch schuldenfrei. Ein Blick auf die Finanzen.

Nesselwang im Ostallgäu reduziert 2023 Investitionen aufgrund hoher Kreisumlage, bleibt jedoch schuldenfrei. Ein Blick auf die Finanzen.
Nesselwang im Ostallgäu reduziert 2023 Investitionen aufgrund hoher Kreisumlage, bleibt jedoch schuldenfrei. Ein Blick auf die Finanzen.

Nesselwang droht Investmentstopp: Kämmerer warnt vor Fachkräftenverlust!

Im Gewerbe- und Urlaubsort Nesselwang macht man sich Gedanken über die künftige finanzielle Planbarkeit. Während der Kämmerer Martin Keller in der Haushaltssitzung für das Jahr 2024 die positive Entwicklung der Gemeinde präsentierte, war er gleichzeitig gezwungen, die Auswirkungen der hohen Kreisumlage in den Raum zu stellen. Diese Umstände führen dazu, dass der Markt Nesselwang weniger in die eigene Infrastruktur investieren kann.

In einer Grundsatzbetrachtung über die finanzielle Situation erklärte Keller, dass Nesselwang 2023 keine neuen Kredite aufnehmen werde. Dies entspricht der Linie der vergangenen zehn Jahre und wird als positive Stabilität gewertet. Zwar kann der Ort weiterhin als faktisch schuldenfrei angesehen werden, doch die Investitionen müssen im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgefahren werden. Dies bezeichnete Keller als „rechnerisch schwieriges Jahr“ und ein normaler Vorgang in der Haushaltsführung.

Der Haushalt 2024 auf einen Blick

Der Haushalt für 2024 umfasst ein Gesamtvolumen von 17,5 Millionen Euro, was im Vergleich zu 14,9 Millionen Euro im Vorjahr einen signifikanten Anstieg darstellt. Der Verwaltungshaushalt beläuft sich auf 13,9 Millionen Euro, während der Vermögenshaushalt 3,6 Millionen Euro beträgt. Die Haupt-Einnahmequellen setzen sich aus Grund- und Gewerbesteuer sowie der Einkommenssteuerbeteiligung zusammen. Besonders erwähnenswert ist hier die Erhöhung der Gewerbesteuer um 700.000 Euro auf nunmehr 2,5 Millionen Euro.

Ein Blick auf die Ausgaben zeigt, dass die Personalausgaben im Verwaltungshaushalt um 140.000 Euro auf insgesamt 1,9 Millionen Euro steigen, während die Sach- und Betriebsausgaben leicht zurückgehen. Besonders investiert wird in den Bereichen Wirtschaft und Tourismus mit 1,2 Millionen Euro und Infrastrukturmaßnahmen. Die Schuldenlast bleibt mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 629 Euro je Einwohner moderat, jedoch könnte die hohe Kreisumlage von 2,3 Millionen Euro die Neuverschuldung faktisch verhindern.

Herausforderungen für die Zukunft

Die kommende Grundsteuerreform bringt für Nesselwang keine grundlegenden Änderungen, da die Hebesätze unverändert bleiben. Dies gibt den Gemeindeverantwortlichen ein wenig Luft zum Atmen, während die Schlüsselzuweisung sinkt und somit die finanziellen Spielräume enger werden könnten. Nesselwang muss sich überlegen, wie es dennoch seine Planungen für Hochwasserschutz und Infrastrukturausbau umsetzt. Eine beträchtliche Summe von 4 Millionen Euro an allgemeinen Rücklagen muss ebenfalls beachtet werden, da diese für unterschiedliche Projekte eingeplant sind.

In Deutschland wird derweil berichtet, dass die Ausgaben der kommunalen Haushalte im Jahr 2024 um 12,6 % steigen. Somit sind die Herausforderungen, vor denen Nesselwang steht, nicht exklusiv, sondern spiegelt ein größeres finanzielles Bild wider. Die kommunalen Kassen in Deutschland sehen sich einem Defizit von 24,8 Milliarden Euro gegenüber, was die Bedeutung einer soliden Haushaltsführung in Nesselwang unterstreicht.

Abschließend bleibt zu sagen, dass die Fraktionen im Kommunalparlament den Haushaltsentwurf lobten und optimistisch in die Zukunft blicken. Wie sich die finanziellen Rahmenbedingungen entwickeln, bleibt jedoch weiter abzuwarten, denn die Herausforderungen werden nicht kleiner. Nun gilt es, mit einem guten Händchen die Weichen für die kommenden Jahre zu stellen.

Für weitere Details zum Thema finden Sie hier die Berichte von Allgäuer Zeitung, Kreisboten und Destatis.