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Das Siemens-Hochhaus in der Baierbrunnerstraße 103 in München-Sendling hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Einst war es das höchste Bürogebäude der Stadt, mit einer beeindruckenden Höhe von 75 Metern und 23 Etagen, und diente ab 1963 als Hauptsitz des Technologiekonzerns Siemens. Doch seit das Unternehmen 2006 seine Pforten geschlossen hat, steht das prägnante Bauwerk leer und zeigt zunehmend die Zeichen der Zeit und Vernachlässigung. tz.de berichtet, dass die Stadt München nun ernsthaft darüber nachdenkt, wie es mit diesem Wahrzeichen weitergehen soll.

Im März 2023 wurde vom Stadtrat ein Bebauungsplan verabschiedet, der eine Sanierung sowie Anbauten für Büroflächen vorsah. Hier sollten moderne Büroetagen für unterschiedliche Mieter gestaltet werden. Doch der Eigentümer, die Schweizer Immobilienfirma Empira, hat eigene Pläne. Geplant ist nun der Bau eines Hotels und eines Boardinghauses, was von den ursprünglichen, rechtsverbindlichen Plänen abweicht. Dies wirft ein wichtiges Dilemma auf: Soll die Stadt den alten Bebauungsplan durchsetzen oder neuen Ideen Platz geben, um den Leerstand zu vermeiden?

Neue Nutzung und öffentliche Angebote

Ein Architekturbüro wurde mit der Umgestaltung des Hochhauses beauftragt. Der Fokus liegt auf einer Gewerbenutzung, und das Erdgeschoss soll mit zwei Zusatzbauten belebt werden, die auch öffentliche Nutzungen bieten. Hier sind ein Café, kleinere Läden, eine private Kindertageseinrichtung sowie Besprechungs- und Konferenzräume geplant. Besonders interessant ist, dass auch Fitness- und Kreativräume entstehen sollen, von denen das benachbarte Wohnquartier Campus Süd profitieren wird. stadt.muenchen.de hebt hervor, dass die Freiraumgestaltung darauf abzielt, ein attraktives Arbeitsumfeld zu schaffen und einen parkähnlichen Charakter für die Umgebung zu fördern.

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Ein weiterer Punkt in der Diskussion ist die geplante öffentliche Wegeverbindung, die das Hochhaus mit dem neuen Bürostandort und der S-Bahn-Station „Siemenswerke“ verknüpfen soll. Diese Verbindung könnte nicht nur den Zugang verbessern, sondern auch das gesamte Quartier aufwerten.

Die Stadt München steht also an einem entscheidenden Punkt. Auf der einen Seite gibt es den Wunsch, die Denkmalschutzbestimmungen für das 1960er-Jahre-Bauwerk zu respektieren. Auf der anderen Seite drängt die Zeit, neue Konzepte zu realisieren. Die Balance zu finden, könnte für alle Beteiligten eine echte Herausforderung werden. Bleibt zu hoffen, dass die Pläne bald konkretisiert werden und das Siemens-Hochhaus vielleicht doch noch zu neuem Leben erweckt wird.