Brunnenwasser im Illertal: Vorsicht vor schädlichen Schadstoffen!
Aktuelle Informationen über die Grundwasserbelastung in Neu-Ulm: Tipps für Gartenbesitzer und Wasserqualität im Illertal.

Brunnenwasser im Illertal: Vorsicht vor schädlichen Schadstoffen!
Ein brandaktuelles Thema beschäftigt die Anwohner im Illertal: Die Belastung von Brunnenwasser mit Lösungsmitteln. Das Landratsamt Neu-Ulm hat in den letzten Untersuchungen alarmierende Werte festgestellt. Zwischen Bellenberg und Neu-Ulm können die Gehalte an Flüssig- und Kohlenwasserstoffen gelegentlich über den zulässigen Grenzwerten liegen, was die Nerven der Gartenbesitzer gehörig strapaziert. Besonders betroffen sind die Gebiete um Senden, wo die Werte bis zu 198 Mikrogramm pro Liter erreichen können.
Gartenliebhaber und Brunnenbesitzer sollten daher besonders aufpassen: Das Wasser aus den Brunnen sollte keinesfalls als Trinkwasser genutzt werden. Auch beim Gießen von Obst und Gemüse ist höchste Vorsicht geboten, denn das belastete Grundwasser kann gesundheitliche Risiken bergen. Wer sich in den betroffenen Gebieten aufhält, sollte sich zudem überlegen, wie und wofür das Wasser verwendet wird, um sich selbst und seine Lieben nicht unnötig zu gefährden.
Ursachen der Verunreinigung
Die Verunreinigungen im Grundwasser stammen hauptsächlich von ehemaligen Industrieflächen, wie etwa einer Uhrenfabrik in Senden oder den Altlasten in Bellenberg. Diese Situation ist nicht neu: Schon seit mehreren Jahren gibt es immer wieder Grenzwertüberschreitungen, die bei den jährlichen Kontrollen festgestellt werden. Allerdings bleibt das Leitungswasser aus der öffentlichen Wasserversorgung zum Glück unbetroffen und kann ohne Bedenken genutzt werden.
Doch die Problematik der Grundwasserbelastungen ist nicht nur ein lokal begrenztes Phänomen. Wie das Umweltbundesamt berichtet, sind Grundwasservorkommen deutschlandweit vielen Belastungen ausgesetzt, insbesondere durch diffuse Einträge von Stickstoffen aus der Landwirtschaft. Hier werden über 80 kg Nitrat pro Hektar und Jahr eingesetzt, was nicht nur die Umwelt, sondern auch die Gesundheit der Menschen gefährdet. Vor allem für Säuglinge kann das im Körper umgewandelte Nitrit schädlich sein.
Empfehlungen für Gartenbesitzer
Das Landratsamt empfiehlt daher einige einfache, aber effektive Vorsichtsmaßnahmen für Gartenbesitzer in den betroffenen Gebieten:
- Nicht als Trinkwasser verwenden
- Gemüse und Obst nicht mit Brunnenwasser gießen oder waschen
- Das belastete Wasser nicht zum Baden, Duschen oder Tränken von Tieren verwenden
Die Situation ist nicht zu unterschätzen und sollte ernst genommen werden. Wer sich über die genauen Werte in seiner Umgebung informieren will, kann diese beim Landratsamt Neu-Ulm einsehen oder sich telefonisch unter 0731/7040-35103 beraten lassen.
Zusätzlich ist es wichtig, die Risiken, die sich durch modernste landwirtschaftliche Praktiken, wie etwa die intensive Düngung zur Energieproduktion, ergeben, im Blick zu behalten. Diese Aktivitäten führen nicht nur zu einem Anstieg der Schadstoffe im Grundwasser, sondern auch zu einer Belastung der heimischen Ökosysteme, wie das Planet Wissen eindrucksvoll verdeutlicht.
Es bleibt zu hoffen, dass durch kontinuierliche Überwachung und ein erhöhtes Bewusstsein für die Problematik die Qualität des Grundwassers in Zukunft nachhaltig verbessert werden kann.