Auf den Spuren der Geschichte: VdK Infofahrt nach Nürnberg!
Der VdK Ortsverband Kitzingen organisierte am 28.10.2025 eine Infofahrt nach Nürnberg, um die NS-Vergangenheit zu reflektieren.

Auf den Spuren der Geschichte: VdK Infofahrt nach Nürnberg!
Der VdK Ortsverband Kitzingen veranstaltete eine eindrucksvolle Infofahrt nach Nürnberg mit dem Motto „Auf den Spuren brauner Geschichte“. Diese Bildungsreise zielt darauf ab, das Bewusstsein für die dunkle Vergangenheit, die diese Stadt prägte, zu schärfen. Laut Mainpost begann die Tour im Dokumentationszentrum, wo zahlreiche Schautafeln, Bilder und Dokumente erläuterten, warum Nürnberg als Schauplatz für die Reichsparteitage der NSDAP ausgewählt wurde.
In der Zeit zwischen 1933 und 1938 fanden diese Reichsparteitage auf einem Gelände von nahezu 11 km² statt. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs diente das Gelände der Unterbringung von Kriegsgefangenen in Baracken. Die Gruppe besichtigte den Innenhof der unvollendeten Kongresshalle, bevor sie nach dem Mittagessen eine Rundfahrt durch das Gelände antrat, geleitet von keinem Geringeren als dem Nürnberger Historiker Eckart Dietzfelbinger.
Die Nürnberger Prozesse – Ein Meilenstein des Völkerrechts
Auf dem Weg zum Memorium – dem Nürnberger Gerichtsgebäude – wurde die Bedeutung der Nürnberger Prozesse beleuchtet. Diese Prozesse, die zwischen dem 20. November 1945 und dem 1. Oktober 1946 im Gerichtssaal 600 stattfanden, waren der erste Versuch, die Hauptverantwortlichen des Nazi-Regimes juristisch zur Rechenschaft zu ziehen. Insgesamt 21 Angeklagte, darunter bekannte Namen wie Hermann Göring, Rudolf Heß und Albert Speer, standen vor Gericht, informiert Wikipedia.
Der Hauptkriegsverbrecher-Prozess stellte einen rechtsstaatlichen Akt dar und gilt als wegweisend für die Errichtung des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag, der seit 1946 besteht. Die Anklagepunkte umfassten Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Angriffskrieg und Verschwörung. Insgesamt 185 Personen waren während der verschiedenen Prozesse angeklagt, was diese zur größten juristischen Aufarbeitung von Kriegsverbrechen der Geschichte macht. Der Prozess wurde vom Internationalen Militärgerichtshof durchgeführt und schuf das Fundament für eine neue Dimension im Völkerrecht, wie die Nürnberger Prinzipien belegen, die die strafrechtliche Verantwortung für solche Verbrechen ohne Immunität festlegten, erläutert NDR.
Reflexion und Gegenwart
Die Heimfahrt nach Kitzingen war geprägt von einer nachdenklichen Stimmung, bei der die Teilnehmer Vergleiche zur heutigen politischen Situation zogen. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit soll dazu dienen, das Bewusstsein für die juristische Verfolgung von Kriegsverbrechen zu stärken und den gesellschaftlichen Diskurs über die NS-Vergangenheit lebendig zu halten.
Die Nürnberger Prozesse und die damit verbundene Geschichte sind nicht nur ein Kapitel der deutschen Vergangenheit, sondern auch eine wichtige Grundlage für das internationale Recht und die Auseinandersetzung mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit – ein Thema, das in der heutigen Gesellschaft nach wie vor von Bedeutung ist.