Rätselhafter Hai an der Costa Brava entdeckt – Was steckt dahinter?

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Ein deutsches Paar aus Bamberg entdeckte einen toten Grauhai an der Costa Brava. Experten vermuten Wilderei oder unnatürliche Ursachen.

Ein deutsches Paar aus Bamberg entdeckte einen toten Grauhai an der Costa Brava. Experten vermuten Wilderei oder unnatürliche Ursachen.
Ein deutsches Paar aus Bamberg entdeckte einen toten Grauhai an der Costa Brava. Experten vermuten Wilderei oder unnatürliche Ursachen.

Rätselhafter Hai an der Costa Brava entdeckt – Was steckt dahinter?

Ein merkwürdiger Fund hat kürzlich an der Costa Brava in Spanien für Aufsehen gesorgt. Am 11. Juni 2025 entdeckten das deutsche Urlauberpaar Frederik Sturm und Lara Gutschwager aus Bamberg einen toten Hai in Ufernähe, ganz in der Nähe des Kaps Punta Falconera im beliebten Urlaubsort Roses. Der über drei Meter lange, schwergewichtig wirkende Fisch zeigte einige besorgniserregende Merkmale: Er war gut erhalten, trug jedoch ein Seil um die Kiemen und wies eine scheinbar abgeschnittene Schwanzflosse auf. Die Entdecker äußerten Vermutungen über mögliche Wilderei oder eine unnatürliche Todesursache.

Wie Merkur berichtet, ist das Auffinden von Haien in dieser Region nicht sehr häufig; zumeist handelt es sich um verletzte oder kranke Blauhaie. Agustí Torres, der Vorsitzende des Vereins Shark Med, identifizierte den gefangenen Fisch als Stumpfnasen-Sechskiemerhai, auch Grauhai genannt. Dieser lebt normalerweise in tieferen Gewässern und ist in Spanien nicht unter rechtlichem Schutz.

Ein alarmierender Zustand

Die Umstände des Fundes sind alarmierend. Laut Torres könnten Haie bei ungewolltem Beifang in Schleppnetzen gefangen und getötet werden. Obwohl Grauhaie für den Menschen keine Gefahr darstellen, sind solche Vorkommen eher Anlass zur Besorgnis. Die Experten raten dazu, bei Funden von Meerestieren umgehend die Notrufnummer 112 zu kontaktieren. Das deutsche Paar informierte zwar die spanische Guardia Civil, jedoch hatten sie Schwierigkeiten bei der Kommunikation. Zudem warteten sie vergeblich auf die Polizei, die auch am folgenden Tag nicht erschien, sodass der Hai noch immer in der Bucht lag.

Das Thema Haifischerei ist nicht nur in Spanien ein heißes Eisen, sondern global ein ernstes Problem. Wie Pro Wildlife berichtet, hat die Haifischerei in den letzten 50 Jahren dramatische Ausmaße angenommen. Jährlich werden etwa 100 Millionen Haie getötet, was zu einem Rückgang der Bestände um unglaubliche 71 Prozent geführt hat. Besonders besorgniserregend ist die Situation des Blauhais, der einst eine häufige Hausnummer in den Gewässern war und mittlerweile stark rückläufig ist.

Schutzmaßnahmen sind nötig

Der illegale Handel mit Haiflossen ist ein weiterer Grund für das alarmerend niedrige Bestandsniveau. Haiflossen zählen im internationalen Handel zu den wertvollsten Meerestieren, insbesondere in Asien, wo sie für eine delikate Suppe verwendet werden. Dies führt zu einer grausamen Praxis, die als „Finning“ bekannt ist, bei der Haien die Flossen abgeschnitten werden, während sie noch leben.

Um dem entgegenzuwirken, fordert Pro Wildlife unter anderem ein lückenloses Handelsverbot für Haiflossen innerhalb der EU sowie internationale Fangbeschränkungen für gefährdete Hai- und Rochenarten. Die Fortschritte im Haischutz sind zwar ermutigend, wie die Handelsbeschränkungen für Riesenhaie, Walhaie und andere Arten zeigen. Allerdings bleibt noch viel zu tun, um die Bestände nachhaltig zu schützen und ein Gleichgewicht im marinen Ökosystem zu gewährleisten.

Ob das schockierende Aufeinandertreffen mit dem Grauhai an der Costa Brava einen Umdenkprozess bei Urlaubern und Behörden anstößt, bleibt abzuwarten. Es ist jedoch klar, dass der Schutz unserer Meere und ihrer Bewohner höchste Priorität hat.