Gedenken in Aschaffenburg: Trauer nach Messerattacke und rechte Proteste
Aschaffenburg gedenkt der Opfer eines Messerangriffs: Trauerfeier am 22. Januar 2023, während rechte Gruppen protestieren.

Gedenken in Aschaffenburg: Trauer nach Messerattacke und rechte Proteste
Am 19. Januar 2026 gedenkt die Stadt Aschaffenburg der schrecklichen Messerattacke, die sich am 22. Januar 2022 ereignet hat, als ein 28-jähriger afghanischer Mann eine Gruppe von Kindern und Erzieherinnen im Park Schöntal mit einem Messer angriff. Zwei Menschen, darunter ein zwei Jahre alter Junge, verloren ihr Leben, während drei weitere, teils schwer verletzt, in Krankenhäusern behandelt wurden. Oberbürgermeister Jürgen Herzing (SPD) betont die Notwendigkeit einer gemeinschaftlichen Aufarbeitung der Geschehnisse und die Rückkehr zur Normalität in der Stadt. Zudem wird ein Gedenkort im Park Schöntal eingerichtet, um an die Opfer zu erinnern und ein Zeichen für friedliches Zusammenleben zu setzen, wie sonntagsblatt.de berichtet.
Am 22. Januar 2023 findet eine Gedenkfeier in der evangelischen Christuskirche statt, die um 18:30 Uhr beginnt. Oberbürgermeister Herzing und andere Geistliche warnen davor, dass dieses tragische Ereignis von extrem rechten Gruppierungen für politische Zwecke instrumentalisiert werden könnte. Während der Veranstaltung wird auch an das mutige Handeln eines somalischen Flüchtlings erinnert, der den Täter verfolgte und die Polizei informierte. Diese Zivilcourage wird von Imam Zischan Mehmood besonders gewürdigt, der anmerkt, dass viele Fragen zur Vermeidbarkeit der Tat bestehen, da der Täter als psychisch krank und gewalttätig bekannt war. Markus Söder (CSU), Bayerns Ministerpräsident, beschreibt die Tat als „sinnlos, brutal und verstörend“, und betont die Wichtigkeit, dass die Gesellschaft nicht gespalten werden darf, wie zdf.de hervorhebt.
Gedenken und Demonstrationen
Die Gedenkfeier wird in diesem Jahr unter besonderen Umständen stattfinden. Eine nicht öffentliche Veranstaltung für direkt Betroffene wird ebenfalls am gleichen Tag abgehalten. Parallel zur Gedenkfeier hat eine rechte Gruppierung eine Demonstration in der Nähe angemeldet, was die Sorgen um eine politische Instrumentalisierung der Tragödie erneut aufwirft. Herzing appelliert an die Bürger, in diesen schweren Zeiten zusammenzuhalten und den Opfern gebührend zu gedenken. Für die Veranstaltung sind die Plätze begrenzt, und sie wird live auf YouTube übertragen.
Die Ereignisse von damals haben nicht nur das Leben der Betroffenen auf tragische Weise verändert, sondern auch die Debatte um Zuwanderung und gesellschaftliche Sicherheit in Deutschland angestoßen. Der Täter, ein abgelehnter Asylbewerber, war mehrere Monate lang ausreisepflichtig, jedoch nicht abgeschoben worden. Im Oktober 2022 entschied das Landgericht Aschaffenburg, dass er aufgrund seiner psychischen Erkrankung dauerhaft in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht werden muss.
Die Nachwirkungen der Tat
Die Messerattacke hat nicht nur Aschaffenburg, sondern ganz Deutschland erschüttert. Nach dem Vorfall wurden zahlreiche Initiativen ins Leben gerufen, um der Gewalt vorzubeugen und das Miteinander zu fördern. So hat etwa ein Familienpicknick im Park Schöntal im Sommer 2022 stattgefunden, das ein Zeichen für Frieden und ein harmonisches Zusammenleben setzen sollte. In einer Moschee in Frankfurt wurde für das verstorbene Kind ein Totengebet mit rund 1.000 Besuchern abgehalten, was zeigt, wie tief diese Tragödie in der Gemeinschaft verankert ist.
Es bleibt zu hoffen, dass die bevorstehenden Gedenkfeiern nicht nur als Erinnerungsorte dienen, sondern auch als Anstoß für eine offene und respektvolle Diskussion über Sicherheit und Integration in unserer Gesellschaft, während gleichzeitig die Erinnerung an die Opfer lebendig gehalten wird.