Baukrise in Aichach-Friedberg: Kommunen kämpfen um Investitionen!
Aichach-Friedberg kämpft mit abnehmender Bautätigkeit und hohen Kosten. Kommunale Investitionen sind entscheidend für die Zukunft.

Baukrise in Aichach-Friedberg: Kommunen kämpfen um Investitionen!
Die Bautätigkeit in Bayern steht vor großen Herausforderungen. Gerade in den Kommunen Aichach und Friedberg zeigt sich, dass die rege Bautätigkeit, wie wir sie in den vergangenen Jahren erlebt haben, stark nachgelassen hat. Ein Blick in die jüngsten Berichte lässt jedoch erkennen, dass die Kommunen trotz der aktuellen Baukrise nicht untätig bleiben wollen. Laut der Augsburger Allgemeine geht der Verkauf von Baugrundstücken langsamer als früher über die Bühne. Im öffentlichen Sektor sind kaum neue Projekte in der Pipeline, was die Verantwortlichen dazu zwingt, sich intensiv um die Finanzierung laufender Vorhaben zu kümmern.
Steigende Baukosten – eine Bürde für Gemeinden
Ein zentrales Problem stellen die explodierenden Kosten im Bauwesen dar. Diese wirken sich nicht nur negativ auf gerade laufende Projekte aus, die mehrheitlich aus Zeiten vor der Pandemie und dem Ukraine-Krieg stammen, sondern belasten auch die Kassen der Gemeinden. Viele der Kommunen im Landkreis haben Schwierigkeiten, die laufenden Kosten zu decken. Hier ist es wichtig, antizyklische Investitionen zu tätigen, um die Wirtschaft anzukurbeln und die Lebensqualität in den Orten zu steigern. Projekte wie die Neugestaltung von Ortsmitten und der Bau von Bürgerhäusern sind entscheidend für die Gemeindelfe. Doch die ständig schwindenden finanziellen Mittel machen es schwer, diese Vorhaben zu realisieren.
Der geförderte Wohnungsbau stagniert, und die Fördertöpfe sind unzureichend gefüllt. Angesichts der steigenden Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum wird immer deutlicher: Es braucht mehr als nur Förderungen, um dem Problem Herr zu werden. Der Haufe berichtet, dass die Neubaukosten seit 2020 nahezu doppelt so hoch sind, während weiterhin gleichzeitig der Bedarf an sozialem Wohnraum steigt. Die kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen, die für diesen Bereich zuständig sind, stehen vor der Herausforderung, den gestiegenen Wohnraumbedarf kaum noch decken zu können.
Perspektiven für den Wohnungsbau in Deutschland
Um die Krise zu meistern, benötigt Deutschland dringend neue Ansätze. Die ZDF berichtet von einem alarmierenden Rückgang bei der Anzahl neuer Wohnungen. Im Jahr 2024 wurden mit 251.900 Fertigstellungen 14,4 Prozent weniger Wohnraum geschaffen als im Vorjahr. Die Bauministerin Verena Hubertz drängt darauf, die Genehmigungsverfahren zu vereinfachen und die Baukosten zu senken – Maßnahmen, die längst überfällig scheinen. Die durchschnittlichen Baukosten in deutschen Großstädten sind zwischen 2020 und 2024 um fast 50 Prozent auf über 4.400 Euro pro Quadratmeter gestiegen.
Die Ampel-Regierung hat für 2024 eine Neubau-Quote von 400.000 Wohnungen pro Jahr angepeilt. Angesichts der aktuellen Situation und der realen Zahlen ist dies jedoch ein herausforderndes Ziel. Ohne notwendige Verbesserungen der Förderbedingungen und steuerliche Anreize wird die Baubranche auch weiterhin unter Druck stehen.
Der geförderte Wohnungsbau in den bayerischen Kommunen könnte also von einer sogenannten Baurechtsnovelle profitieren, die unter anderem eine schnellere Genehmigung und Vereinfachungen bei den Bauvorschriften verspricht. Letztlich bleibt abzuwarten, wie die Verantwortlichen die bestehenden Herausforderungen anpacken und ob sie ein gutes Händchen für zukunftsträchtige Lösungen zeigen. Nur so kann die gesellschaftliche Unzufriedenheit eingedämmt werden, die als Bedrohung für unsere Demokratie gilt.