Memmingen rüstet sich: Sorgen um Stromausfälle und Bürgerversorgung
Die Stadt Memmingen und Landkreis Unterallgäu bereiten sich auf mögliche Stromausfälle vor. MdL Klaus Holetschek fordert Krisenpläne und Bürgerinformation.

Memmingen rüstet sich: Sorgen um Stromausfälle und Bürgerversorgung
In der Region Memmingen und Unterallgäu wird aktuell gebangt um die Versorgung der Bürger im Falle langanhaltender Stromausfälle. Der bayerische Landtagsabgeordnete Klaus Holetschek hat sich besorgt über die aktuellen Krisenpläne geäußert, insbesondere im Hinblick auf die Vorfälle in Berlin, die kürzlich in den Fokus gerieten. Holetschek hat beim Landkreis Unterallgäu sowie der Stadt Memmingen nachgehakt und will wissen, wie gut man auf mögliche Blackouts vorbereitet ist. Die Antworten auf seine Anfrage sind umfangreich und nehmen ein wenig Zeit in Anspruch, wie die Stadt Memmingen bekanntgab.
Unter den Fragen des MdL befinden sich zentrale Punkte: Wie sieht der aktuelle Krisen- und Notfallplan aus? Welche Alarmierungswege sind vorgesehen? Gibt es ein ausgereiftes Kommunikationskonzept? Außerdem geht es um die Bewertung und Weiterentwicklung des Schutzes kritischer Infrastruktur wie etwa Strom-, Wasser- und Wärmeversorgung sowie IT und Logistik. Vor allem die Vorsorge für klinische Einrichtungen und Pflegeheime, die auf Notstrom und effiziente Treibstofflogistik angewiesen sind, spielt dabei eine große Rolle. Zudem wird gefordert, dass Notfallkonzepte enger mit Hilfsorganisationen wie BRK, THW, Feuerwehr und Polizei abgestimmt werden.
Vorbereitungen für Notfälle
Wie die Stadt Memmingen angibt, können Bürger im Blackout-Fall dringende Notfälle an Feuerwehrhäuser, Rettungsorganisationen oder Polizeiinspektionen melden. Im Falle eines Stromausfalls von mehr als vier Stunden steht die Stadthalle Memmingen als Anlaufstelle zur Verfügung. Um die Trinkwasserversorgung sicherzustellen, sind zwei Förderbrunnen mit Notstromaggregaten ausgestattet, die eine autarke Versorgung für sieben bis zehn Tage ermöglichen. Das Klinikum Memmingen ist ebenfalls gut gewappnet und kann dank seiner Notstromaggregate mindestens eine Woche lang autark arbeiten.
Die regelmäßigen Tests der Notstromaggregate und die Simulation von realistischen Notfallszenarien sind Teil der Vorsorgemaßnahmen, um die Einsatzbereitschaft stets zu garantieren. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) bescheinigt zwar eine geringe Wahrscheinlichkeit für flächendeckende Stromausfälle, jedoch können extreme Wetterereignisse oder Sabotageakte immer eine potenzielle Gefahr darstellen, die nicht unterschätzt werden darf.
Bedeutung kritischer Infrastrukturen
Die Bedeutung kritischer Infrastrukturen ist unbestritten; sie versorgen die Bevölkerung rund um die Uhr mit lebenswichtigen Gütern und Dienstleistungen. Ausfälle oder Störungen können weitreichende Folgen für die Gesellschaft haben, weshalb die Risikoerfassung und Krisenfallvorbereitung immer im Fokus stehen müssen. Wie das BBK hervorhebt, ist es essentiell, dass Unternehmen und Behörden, die für den Schutz dieser Infrastrukturen zuständig sind, umfassende Schutzkonzepte entwickeln.
Die zuständigen Behörden im Landkreis Unterallgäu nehmen die Thematik des Katastrophenschutzes und die Vorbereitungen auf mögliche Blackouts sehr ernst. Bereits im Jahr 2022 fand eine Informationsveranstaltung zum Thema „Blackout“ für die Bürgermeister im Landkreis statt, die das Bewusstsein und die Vorbereitung auf diese potenziellen Krisenszenarien schärfen sollte. Informationen zur persönlichen Vorsorge sind zudem auf der Website der Stadt Memmingen verfügbar.
Die Region steht also vor einer Herausforderung, die sorgfältige Planung und gemeinsames Handeln erfordert. Jeder Bürger kann und sollte einen Teil zur eigenen Sicherheit beitragen.