Schock für Straubing-Bogen: Traditionsgasthaus Krinner endgültig geschlossen!
Steigende Schließungen von Gaststätten in Straubing-Bogen: Auswirkungen, Ursachen und lokale Entwicklungen im Gastronomiemarkt.

Schock für Straubing-Bogen: Traditionsgasthaus Krinner endgültig geschlossen!
Im Landkreis Straubing-Bogen heißt es Abschied nehmen von zwei geschätzten Institutionen. Das traditionsreiche Gasthaus Krinner hat seine Türen für immer geschlossen. Deko hängt noch von der Decke, die Stühle stehen hochgestellt, und damit ist eine Ära vorbei, die viele in der Region geprägt hat. „Das war ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt“, so einheimische Bürger, die sichtlich betroffen sind von der Schließung des Gasthauses. Auch der Windberger Klosterladen, der über 24 Jahre hinweg eine Anlaufstelle für die Nachbarschaft gewesen ist, gehört nun der Vergangenheit an.
Während in größeren Städten wie München die Wirtshäuser und Cafés florieren, ist die Situation auf dem Land deutlich dramatischer. Der Trend des „Wirtshaussterbens“ zeigt sich in vielen ländlichen Regionen Bayerns. Laut einem Bericht von Bayerischem Rundfunk haben in den letzten zehn Jahren etwa 35 bis 40 Prozent der Gastronomiebetriebe auf dem Land aufgegeben. Die Gründe sind vielfältig: steigende Kosten für Energie, Lebensmittel und Personal belasten die Gastronomen schwer. So stiegen die Preise für Energie um 22 Prozent und die für Lebensmittel um 15,6 Prozent. Diese Steigerungen können die Wirte nicht vollständig an die Gäste weitergeben, was ihre Situation zusätzlich zuspitzt.
Gemeinsame Anstrengungen zur Rettung
In einem verblüffenden Beispiel versuchte eine Genossenschaft, die Schließung des „Metzgerwirts“ in Giggenhausen zu verhindern, indem sie 2,5 Millionen Euro aufbrachte. Zwei neue Pächter, Daniel Zull und Markus Winnefeld, wagen nun einen Neustart. Dies zeigt, dass es trotz der Schwierigkeiten auch Hoffnung gibt und Menschen sich einsetzen, um die Ortskultur zu bewahren. Der Wirt aus Ansbach, Willy Meyer, der zusammen mit seiner Mitarbeiterin Agnes Redlingshöfer ein 150-jähriges Familienunternehmen führt, beschreibt, wie er selbst in der vollen Gaststube mit finanziellen Schwierigkeiten kämpft.
Die Coronapandemie hat den Gastronomiebereich zusätzlich belastet. Während Cafés und Bars in der Zahlenwirtschaft sich langsam erholen, sieht es bei Restaurants und Kneipen düster aus. Der Umsatz fiel 2024 um 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und liegt 15,8 Prozent unter dem Niveau von 2019. Diese dramatische Lage führt dazu, dass in Bayern alle zehn Gastronomiebetriebe mit Schließungen rechnen müssen.
Der Weg in die Zukunft
Die Herausforderungen beschränken sich jedoch nicht nur auf die erhöhte Kostenlast. Ein akuter Personalmangel macht es den Betreibern zusätzlich schwer, ihre Betriebe professionell zu führen. Viele haben ihre Öffnungszeiten angepasst, um die Kosten zu senken. Experten sind sich einig, dass die Branche eine vollständige Erholung zwei Jahre nach den schweren Verlusten aufgrund der Pandemie benötigen wird. Gleichzeitig hoffen viele auf die angekündigte Senkung der Mehrwertsteuer ab 2026, die allerdings nicht die gewünschten Preissenkungen mit sich bringen könnte, wie einige Meinungsvertreter befürchten.
In der Gastronomie, ob in der Stadt oder auf dem Land, ist man gefordert, kreative Lösungen zu finden, um die Kulturszene lebendig zu halten. Die Zukunft der bayerischen Wirtshäuser und Kneipen liegt oft in den Händen der Gemeinschaft. Manchmal braucht es einfach nur einen Funken des gemeinsamen Willens, um Traditionen am Leben zu erhalten.