Gottes Herablassung: Warum Jesus Mensch wurde – Ein Impuls von Bernhard
Entdecken Sie die historische Bedeutung Bernhards von Clairvaux, seiner Lehre und Einflüsse am Gedenktag, dem 20. August.

Gottes Herablassung: Warum Jesus Mensch wurde – Ein Impuls von Bernhard
Was beschäftigt die Gemüter in Bayern an diesem 30. November 2025? Die Frage, warum Gott in Jesus Christus Mensch wurde, ausgenommen der Sünde, steht im Mittelpunkt eines besinnlichen Adventsimpuls, der von Abt und Kirchenlehrer Bernhard von Clairvaux im 12. Jahrhundert beantwortet wurde. Diese Überlegungen laden dazu ein, über die Herablassung Gottes nachzudenken, der den Menschen sucht und so dessen Würde betont. Laut der Diözese Passau hebt Bernhard hervor, dass der Mensch sich seiner Würde rühmen kann, nicht aus eigener Wahrnehmung, sondern weil der Schöpfer ihn zu dieser Würde erhoben hat. Ein Verweis auf Psalm 8 untermauert diese wichtige Sichtweise.
Doch wer war dieser bemerkenswerte Mann, der solche tiefen Einsichten formulierte? Geboren um 1090 in Fontaine-lès-Dijon als Sohn eines burgundischen Ritters, trat Bernhard 1112 mit 30 weiteren jungen Männern, darunter vier Brüder, in das Kloster Citeaux ein. Dort prägte er maßgeblich den Zisterzienserorden, der aus diesem Reformkloster hervorging, berichten die Heiligen Feste.
Bernhards Leben und Wirken
Nach einem dreijährigen Noviziat wurde Bernhard gesandt, um das Kloster Clairvaux zu gründen, dessen erster Abt er wurde. Bis zu seinem Tod gründete er etwa 160 neue Klöster und gewann großen Einfluss in Frankreich, Rom und der gesamten Kirche. Kaum jemand vermochte so viele Menschen für das Klosterleben zu begeistern wie er. Seine Fähigkeit, als „Doctor melifluus“ bekannt zu werden, sprich als „süßer Lehrer“, zeigt, wie seine Worte zahlreiche Anhänger fanden.
Bernhard war kein gewöhnlicher Mönch; er war ein bedeutender Berater in vielen Konflikten seiner Zeit, so zum Beispiel im Kampf gegen die Katharer und im Streit um Petrus Abaelard. Trotz seines politischen Einflusses strebte er stets nach einem schlichten Mönchsleben und einer engen Beziehung zu Jesus Christus.
Kreuzzüge und theologisches Erbe
Ein wichtiger Teil von Bernhards Erbe ist seine Rolle bei der Ausrufung des zweiten Kreuzzugs. Er setzte sich leidenschaftlich für die Unterstützung dieser Bewegung ein und spielte auch bei der Gründung des Templerordens eine entscheidende Rolle. Doch auch nach dem Scheitern des Kreuzzugs blieb er standhaft in seinen Überzeugungen und verteidigte seine Ansichten leidenschaftlich, ein Zeichen seines unerschütterlichen Glaubens.
Seine mystische Sichtweise betont Jesus als den Gekreuzigten und hat die Frömmigkeit über Jahrhunderte hinweg beeinflusst. Besonders seine Verehrung für die Gottesmutter Maria machte ihn zu einem Vorbild für viele Gläubige. Viele seiner Schriften, darunter das berühmte Mariengebet „Memorare“, sind bis heute in Gebrauch und werden häufig zitiert.
Bernhard von Clairvaux starb am 20. August 1153 in Clairvaux und wurde 1174 heiliggesprochen. 1830 erhielt er den Titel eines Kirchenlehrers, was seine Bedeutung für die römisch-katholische Kirche einmal mehr unterstreicht. Sein Wirken, geprägt von der Verbindung von Leben und Lehre, bleibt bis heute präsent.