Drogeneinfluss und Flucht: 21-Jähriger auf E-Scooter in Memmingen geschnappt
Ein 21-Jähriger in Memmingen rannte vor Polizei in Drogenkontrolle; mehrere Verstöße, darunter Widerstand, festgestellt.

Drogeneinfluss und Flucht: 21-Jähriger auf E-Scooter in Memmingen geschnappt
Am Sonntagabend, den 26. Oktober 2025, geriet ein 21-Jähriger auf seinem E-Scooter in eine Verkehrskontrolle am Memminger Schrannenplatz. Was wie eine Routinekontrolle begann, entwickelte sich schnell zu einem schockierenden Vorfall, als der junge Mann versuchte, den Sicherheitsbeamten zu entkommen. Er rannte weg, doch die Polizei ließ sich nicht lange bitten und konnte ihn rasch wieder stellen. Dabei leistete der Mann Widerstand und verletzte einen Beamten durch einen Tritt.
Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass der 21-Jährige nicht nur ohne rechtmäßigen Besitz einer erheblichen Menge verschreibungspflichtiger Medikamente unterwegs war, sondern auch ein Drogenschnelltest positiv auf Drogenkonsum ausfiel. Die Polizei ordnete daraufhin eine Blutentnahme an und untersagte ihm die Weiterfahrt mit dem E-Scooter. Gegen ihn laufen nun mehrere Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz und Widerstand gegen die Staatsgewalt. So berichtet die Allgäuer Zeitung.
Schärfere Regeln für E-Scooter-Fahrer
E-Scooter sind in vielen Städten, auch in Deutschland, beliebte Fortbewegungsmittel. Doch die Straßenverkehrsordnung ist hier besonders streng, besonders wenn es um Drogenkonsum geht. Laut Blitzeranwalt sind die Konsequenzen für das Fahren eines E-Scooters unter Drogeneinfluss hart: Ein Erstverstoß kann mit einem Bußgeld von 500 Euro, einem Monat Fahrverbot und zwei Punkten in Flensburg geahndet werden. Bei einer Wiederholungstat drohen Bußgelder von 1.000 bis 1.500 Euro und ein verlängertes Fahrverbot.
Die rechtlichen Folgen gehen aber noch weiter. Bei Fahrunsicherheit oder einem Unfall kann es sogar zu einem Führerscheinentzug oder einer Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr kommen. Dazu kommt, dass es bei Drogenkonsum im Straßenverkehr zu einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) kommen kann, die nicht nur kostspielig, sondern auch zeitaufwendig ist. Viele schaffen es nicht beim ersten Versuch, was den Druck verstärkt.
Die Gefahren der Drogenfahrt
Warum ist das Thema Drogen am Steuer so brisant? Studien zeigen klar, dass auch geringe Mengen THC die Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit stark beeinflussen, was das Unfallrisiko erheblich erhöht. Das Oberlandesgericht Zweibrücken hat in seinen Urteilen klargestellt, dass die Gefahren von Drogen- oder Trunkenheitsfahrten auch bei E-Scootern nicht verharmlost werden dürfen. Ein E-Scooter, der schnellen Beschleunigungen und Schwierigkeiten bei der Kontrolle ausgesetzt ist, kann auch für andere Verkehrsteilnehmer eine ernsthafte Gefahr darstellen, erklärt der ADAC.
Um den Gefahren und den damit verbundenen rechtlichen Konsequenzen zu entgehen, wird von Experten dringend empfohlen, auf das Fahren unter Drogeneinfluss zu verzichten. Das soll nicht nur die eigene Sicherheit, sondern auch die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer gewährleisten. In Memmingen zeigt dieser Vorfall eindrücklich, wie schnell aus einem harmlosen Ausflug mit dem E-Scooter ernste Probleme entstehen können.