Die Lokomotive E 103: Als die Eisenbahn in Kelheim die Schifffahrt eroberte!
Kelheim feierte vor 20 Jahren eine einzigartige Verbindung von Eisenbahn und Schiffsreise mit Lok E 103. Entdecken Sie die Hintergründe.

Die Lokomotive E 103: Als die Eisenbahn in Kelheim die Schifffahrt eroberte!
Am 29. Dezember 2005 sorgte ein außergewöhnlicher Anblick in Kelheim für Aufsehen. Eine Lokomotive der Baureihe 103, auch bekannt als E 103, setzte sich um punkt 14:32 Uhr in Bewegung, um eine unkonventionelle Reise zu beginnen – sie wechselte vom Bahnhof Saal auf ein Schiff. Dieses Ereignis war nicht nur ein Highlight für die Kelheimer Redaktion, sondern auch Teil einer Reihe von Themen, die an diesem Tag im Fokus standen, darunter die Auswirkungen des neuen Ozon-Gesetzes und das Wachstum der Peguform-Werke in Neustadt. Mittelbayerische berichtet, dass dies eine ganz besondere Art war, die technische Leistung der Eisenbahn mit der Wasserfahrt zu verbinden.
Die Baureihe 103 selbst war eine der leistungsstärksten Elektrolokomotiven, die jemals in Deutschland im Einsatz waren. Ursprünglich von der Deutschen Bundesbahn in den 1970er Jahren entwickelt, erreichte die Lok eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h und war mit einer beeindruckenden Leistung von 7,440 kW ausgestattet. Dies sorgte dafür, dass sie vor allem im Trans Europ Express und InterCity-Verkehr sehr beliebt war. Wikipedia beschreibt die Lokomotive als Flaggschiff des deutschen Schienennetzes, welche bis zur Einstellung des regulären Dienstes im Jahr 2003 ein Monopol im schnellen Zugverkehr in Deutschland innehatte.
Die Entwicklung der Eisenbahn in Deutschland
Die Geschichte der Eisenbahn in Deutschland reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück, als Friedrich List 1833 seine Vision eines sächsischen Eisenbahn-Systems publik machte. Die erste mit Lokomotiven betriebene Eisenbahn, die Ludwigseisenbahn, nahm am 7. Dezember 1835 zwischen Nürnberg und Fürth ihren Betrieb auf. Mit der fortschreitenden Entwicklung und dem Neubau von Strecken nahm die Eisenbahn eine zentrale Rolle im deutschen Verkehrswesen ein. Die Geschichte der Eisenbahn in Deutschland zeigt auf, dass die Eisenbahn nicht nur für den Gütertransport, sondern auch für die Mobilität der Bevölkerung unverzichtbar wurde.
Von den ersten 1.400 Streckenkilometern im Jahr 1845 wuchs das Netz rasant, und bereits 1870 umfasste es über 18.480 Kilometer. Mit der Gründung der Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Reichsbahn nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Bedeutung der Eisenbahn weiter gestärkt. Die Fusion dieser beiden großen Staatsbahnen im Jahr 1994 zur Deutschen Bahn AG markiert einen weiteren Schritt in der Geschichte des deutschen Schienenverkehrs.
Einzigartiges Erbe und Zukunft
Die Baureihe 103, deren Bauteile und Prototypen bis in die 1960er Jahre zurückreichen, ist mehr als nur eine Maschine; sie steht für die Innovationskraft der deutschen Eisenbahntechnik. Mit einer zurückgelegten Geschwindigkeit von bis zu 283 km/h im Jahr 1985 setzte sie Maßstäbe in der Geschwindigkeit. In den letzten Jahren ist der Erhalt dieser historischen Lokomotiven ein wichtiges Anliegen geworden, wobei mindestens 17 Einheiten noch existieren, von denen einige betriebsbereit sind.
Die Eisenbahn hat sich über die Jahrzehnte hinweg immer wieder gewandelt, und auch die Baureihe 103 bleibt ein faszinierendes Beispiel für Technikgeschichte und Fortschritt im Verkehrswesen. Ob im Gütertransport oder im Personenverkehr – die Bahn stellt nach wie vor eine tragende Säule der deutschen Mobilität dar.