Erfolgreiche Amphibienschutzaktion: 4.130 Tiere gerettet!

Freiwillige Helfer retten 4130 Amphibien im Landkreis Fürstenfeldbruck – ein Vorzeigemodell für erfolgreichen Artenschutz 2025.
Freiwillige Helfer retten 4130 Amphibien im Landkreis Fürstenfeldbruck – ein Vorzeigemodell für erfolgreichen Artenschutz 2025. (Symbolbild/MW)

Erfolgreiche Amphibienschutzaktion: 4.130 Tiere gerettet!

Poigern, Deutschland - Im Landkreis Fürstenfeldbruck kann diese Amphibiensaison als voller Erfolg gewertet werden. Freiwillige Helfer des Landesbundes für Vogel- und Naturschutz (LBV) haben in diesem Jahr stolze 4130 Frösche, Kröten und Molche zu ihren Laichgewässern getragen. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Ein Grund für diesen erfreulichen Anstieg könnte die Implementierung spezieller Schutzmaßnahmen sein. So wurde in Poigern, einem Ortsteil der Gemeinde Egenhofen, mit 1250 gezählten Tieren aus sechs Arten das beste Ergebnis seit 2015 erzielt.
Die am Zaun und im Laichgewässer durchgeführten Sanierungsmaßnahmen umfassen unter anderem die Entfernung von starkem Bewuchs, das Einbringen gebietsheimischer Pflanzen und die Schaffung eines Lehmtümpels als zusätzliches Laichgewässer. Diese Arbeiten wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) Fürstenfeldbruck sowie einer Landschaftsarchitektin und einer Landschaftspflegefirma durchgeführt.

Erfolgreiche Artenschutzmaßnahmen

Simon Weigl, der Geschäftsstellenleiter und Artenschutzexperte des LBV, bezeichnet Poigern als Paradebeispiel für erfolgreiche Artenschutzmaßnahmen. Obwohl das Frühjahr eher trocken war, blieb der Wasserstand in den Gewässern hoch genug, sodass eine weitere Bearbeitung der Uferstreifen in den kommenden Jahren nicht erforderlich ist.

Das Ziel des LBV, insgesamt tausend Tiere zu zählen, wurde mit 498 Grasfröschen und 410 Erdkröten sogar weit übertroffen. Auch Teichmolche (282 Exemplare) und Teichfrösche (88 Exemplare) waren stark vertreten, während vier Laubfrösche, eine besonders gefährdete Amphibienart, als „Zaungäste“ gesichtet wurden.

Von Mitte Februar bis Anfang Mai investierten über 40 ehrenamtliche Helfer mehr als 500 Stunden, um täglich die fast zwei Kilometer langen Zäune zu kontrollieren und insgesamt 4130 Tiere über die Straße zu tragen. Die meisten geretteten Arten waren die Erdkröten mit 3100 Exemplaren. Diese erfreulichen Zählungen zeigen, dass sich die Amphibienbestände nach zwei schwierigen Jahren (2023 und 2024) allmählich erholen.

Wichtige Daten für den Schutz

Die Zählungen an den Zäunen tragen auch dazu bei, wichtige Daten für zukünftige Schutzmaßnahmen zu sammeln. Darüber hinaus sind die interessierten Bürger herzlich eingeladen, sich für die kommende Saison 2026 unter fuerstenfeldbruck@lbv.de zu melden. Die eine perfekte Möglichkeit für alle, die sich im Artenschutz engagieren möchten.

Laut dem Bund Naturschutz ist die Gestaltung von Teichen entscheidend für den Erfolg der Amphibienpopulation. Hierbei sollte eine enge Abstimmung zwischen Teichbewirtschaftern und den jeweiligen Amphibienarten stattfinden. Jedes Teichsystem bringt seine eigenen Herausforderungen mit sich, weshalb Fachberatung in Anspruch genommen werden kann.

Ein besonderes Augenmerk sollte auf die Pflege der Teiche gelegt werden. Ruhezonen im Gewässer und am Ufer, möglichst ungestörte Uferbereiche sowie das Fördern der Unterwasservegetation sind essentielle Punkte, die sowohl Fisch- als auch Amphibienhabitate bereichern.

Die Koordinierungsstelle Fauna der Stiftung Naturschutz thematisiert ebenfalls die großen Herausforderungen, vor denen Amphibienarten stehen. Umweltschäden, der Klimawandel und die städtische Entwicklung bringen diese Tiergruppen stark in Bedrängnis. Es ist daher vonnöten, geeignete Schutzmaßnahmen zu implementieren, um die langfristige Erhaltung dieser Arten zu sichern.
Die Stiftung Naturschutz bietet dazu umfassende Informationen und Unterstützung bei der Umsetzung von Artenschutzprojekten.

Details
OrtPoigern, Deutschland
Quellen