Die Pünktlichkeit der S-Bahn in Bayern bleibt ein heißes Thema. Besonders die S-Bahn-Linie S1 in Freising zeigt deutliche Mängel. Laut Merkur erreichte die Linie im Jahr 2025 eine Pünktlichkeitsquote von etwa 88%. Zum Vergleich: Der Durchschnitt aller S-Bahn-Linien lag bei 87,9%. Eine Pünktlichkeit gilt als gegeben, wenn die Züge mit weniger als sechs Minuten Verspätung ankommen. In den 2010er Jahren bewegten sich die Werte noch bei über 93%. Da hat sich einiges verändert, und das sorgt für gehörige Unruhe unter den Pendlern.

Die Fahrgäste sind genervt von den Unpünktlichkeiten, die ihren Alltag erheblich erschweren. Ein Student äußert bereits den Plan, nach München zu ziehen, um der Unzuverlässigkeit der S-Bahn zu entkommen. Auch andere Pendler scheinen sich bereits nach Alternativen umzusehen. Einige meiden die S-Bahn aus Mangel an Vertrauen und schwenken stattdessen auf das Auto um. Kein Wunder, dass die Ausfallquote der Münchner S-Bahn im Jahr 2025 bei 8,4% lag – ein Rückgang um 1,3 Prozentpunkte im Vergleich zum Jahr zuvor, wie tz berichtet.

Ursachen der Unpünktlichkeit

Der Hauptgrund für die Verspätungen liegt in der störanfälligen Bahninfrastruktur. Baustellen und lange Bauarbeiten, insbesondere im Zusammenhang mit der zweiten Stammstrecke, haben die Situation weiter verschärft. Laut den Berichten muss sich insbesondere die S4 nach Geltendorf mit der niedrigsten Pünktlichkeitsquote von nur 83,4% herumschlagen. Im Gegensatz dazu fährt die S3 nach Holzkirchen mit einer beeindruckenden Quote von 93,7% und führt damit die Liste der pünktlichen Fahrten an.

Die Deutsche Bahn hat bereits Besserung versprochen, wobei deutschebahn.com im März 2023 eine betriebliche Pünktlichkeit von 88,2% verzeichnete. Diese Zahlen zeigen, dass es allgemeine Fortschritte gibt, jedoch bleibt die Pünktlichkeit der S-Bahnen in Bayern unter den Ansprüchen der Fahrgäste und den Anforderungen des Verkehrsministers Christian Bernreiter, der Pünktlichkeitswerte von 94% anstrebt.

Pendler im Dilemma

Die unzufriedenen Pendler bringen die Probleme der S-Bahn auf den Punkt: Manchmal fallen auch Zugteilungen in Neufahrn aus, wodurch es zu lästigen Wartezeiten kommt. Eine Rentnerin hingegen äußert sich positiv über die Regelmäßigkeit der S1 und schätzt, dass zumindest das WLAN in den Zügen zuverlässig ist. Doch diese positiven Aspekte können die allgemeine Ungewissheit nicht aufwiegen. Man fragt sich, wann die S-Bahn endlich wieder zu dem wird, was sie einmal war: ein verlässliches Verkehrsmittel.

In Anbetracht dieser Situation ist klar, dass die Deutsche Bahn und die bayerischen Verkehrsbehörden gefordert sind, um die Pünktlichkeit massiv zu verbessern. Denn eines ist sicher: Pendeln sollte nicht gleichbedeutend sein mit Stress und Warten.