Heute ist der 19.04.2026 und die Stadt Freising sieht sich mit einer kritischen Situation konfrontiert, die das kulturelle Leben vor Ort erheblich belasten könnte. Der Schauspieler Alexander Nadler, der seit zwei Jahren mit der Theater AG der Karl-Meichelbeck-Realschule im Unterhaus des Lindenkellers auftritt, hat die Stadt wegen neuer, hoher Gebühren scharf kritisiert. Diese Gebühren betreffen städtische Räume, die bisher kostenfrei für die Schultheater genutzt werden konnten. Ein Umstand, der sich nun ändern könnte und der die Existenz der Theater AG gefährdet.

Die Stadt hat kürzlich die Gebührenordnung geändert, was bedeutet, dass Mieten sowie Gebühren für Ton- und Lichttechnik erhöht wurden. Nun würde das Theaterprojekt der KMRS-Theater AG stolze 1800 Euro kosten – eine Summe, die sich die Schule schlichtweg nicht leisten kann. Nadler betont, dass zusätzliche Ausgaben für Tantiemen, Requisiten, Kostüme, Bühnenbild und Texthefte hinzukommen, was die Situation weiter verschärft. Bei Schultheateraufführungen werden in der Regel keine Eintrittsgelder verlangt, und das Publikum setzt sich hauptsächlich aus Eltern und Verwandten zusammen. Die Theater AG, so Nadler, ist eine wertvolle Bereicherung für die Schüler, da sie deren Selbstbewusstsein fördert.

Kulturförderung in Freising

Interessanterweise hat die Stadt Freising seit 2009 einen Kulturfonds eingerichtet, der darauf abzielt, kulturelle Projekte zu unterstützen, die ohne finanzielle Hilfe nicht realisiert werden könnten. Ein Förderantrag muss spätestens zwei Monate vor der Projektrealisierung beim Kulturamt eingereicht werden. Die Förderung ist als Fehlbedarfsfinanzierung gedacht und kann in Form von Zuschüssen oder Minderung von Mieten und Gebühren erfolgen.

Diese Möglichkeit könnte für die Theater AG der Karl-Meichelbeck-Realschule von entscheidender Bedeutung sein. Wenn die Realisierung des Projekts aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht zustande kommen kann, könnte ein Antrag auf Förderung beim Kulturamt der Stadt Freising helfen, die finanzielle Last zu mindern. Nach Abschluss des Projekts muss allerdings ein Verwendungsnachweis über Einnahmen und Ausgaben beim Kulturamt eingereicht werden, um die Unterstützung zu legitimieren.

Ein Aufruf zur Unterstützung

Nadler sieht den Zugang zur Kultur für Kinder und Jugendliche durch die neuen Gebühren gefährdet und kritisiert die Entscheidung, Kultur durch hohe Kosten zu vertreiben, als kurzsichtig. Er appelliert an die Stadt, die Bedeutung von kulturellen Projekten nicht aus den Augen zu verlieren und die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass auch in Zukunft eine lebendige Kulturszene in Freising bestehen kann. Schließlich sind es die Kinder von heute, die die Kultur von morgen gestalten werden.

In Anbetracht dieser Herausforderungen ist es an der Zeit, dass sowohl die Stadt als auch die Bürger zusammenstehen, um die Theater AG und ähnliche Projekte zu unterstützen. Denn eines steht fest: Kultur ist kein Luxus, sondern ein Grundpfeiler unserer Gesellschaft.