In Freising gibt es Grund zur Freude: Das Camerloher-Gymnasium wurde gleich zweimal für sein Engagement im Bereich Fairtrade ausgezeichnet. Daniela Görlich-Kunert, die Deutschlehrerin und Leiterin des Arbeitskreises Fairtrade, strahlt vor Stolz über die jüngsten Erfolge. Vor 15 Jahren wurde der Arbeitskreis gegründet, und seither setzt sich die Schule für den fairen Handel ein. Mit dem Publikumspreis der Fairtrade-Awards und dem Eine-Welt-Preis der Bayerischen Staatsregierung hat die Schule nun zwei bedeutende Auszeichnungen erhalten.
Bereits 2013 erhielt das Camerloher-Gymnasium das Fairtrade-Siegel und gehörte zu den ersten Schulen in Bayern, die diesen Titel tragen durften. Etwa 15 engagierte Schülerinnen und Schüler sind aktiv im Arbeitskreis tätig und organisieren zahlreiche kreative Aktionen. Von fairen Martinsgänsen über eine Ostereiersuche bis hin zu einem Weihnachtsstand mit fairen Geschenken – das Angebot ist vielfältig. Der wöchentliche Pausenverkauf und die Klassensocken-Adventskalender-Aktion sind ebenfalls feste Bestandteile des Programms.
Ein starkes Engagement für globale Gerechtigkeit
Die Aktivitäten des Arbeitskreises gehen jedoch weit über den Verkauf fairer Produkte hinaus. Vorträge, Workshops und „Run-for-helps“ sind Teil der Bildungsarbeit, die den Fairtrade-Gedanken im Schulleben und in der Stadt fest verankert. Ein besonderes Highlight war die Modenschau auf dem Marienplatz, die anlässlich des zehnjährigen Fairtrade-Jubiläums der Stadt stattfand. Auch die „Plastik-frei-Aktion“, die in Zusammenarbeit mit dem Weltladen und dem Fairen Forum der Stadt Freising realisiert wurde, zeigt das umfassende Engagement der Schülerinnen und Schüler.
Ein besonderes Beispiel ist Martha Solty, eine 17-Jährige, die seit der fünften Klasse im Arbeitskreis aktiv ist und ihren Lebensstil entsprechend angepasst hat. Die Laudatio bei der Eine-Welt-Preisverleihung hob die Arbeit des Arbeitskreises für globale Gerechtigkeit und nachhaltige Bildungsarbeit besonders hervor. Mit 2642 Stimmen im Online-Voting wurde der Publikumspreis der Fairtrade-Awards im Juni verliehen, was für den Arbeitskreis eine enorme Anerkennung darstellt.
Görlich-Kunert betont, dass diese Auszeichnungen nicht nur eine Bestätigung für die geleistete Arbeit sind, sondern auch einen Motivationsschub für die gesamte Schulgemeinschaft darstellen. Die Schüler setzen sich aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit und für Frauen-Empowerment ein, was in einer Zeit, in der soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit immer wichtiger werden, von großer Bedeutung ist.
Das Camerloher-Gymnasium zeigt eindrucksvoll, wie Bildung und Engagement für Fairtrade Hand in Hand gehen können. In einer Welt, die oft von Ungerechtigkeiten geprägt ist, ist es umso wichtiger, dass junge Menschen sich für eine bessere Zukunft einsetzen – und genau das geschieht hier in Freising.