In der heutigen Zeit, wo der Verlust der Biodiversität durch Klimakrise, Bodenversiegelung und Schadstoffbelastung immer drängender wird, ist es wichtiger denn je, den eigenen Garten als Rückzugsort der Natur zu betrachten. Besonders in Deutschland, wo über 70% der natürlichen Lebensräume als gefährdet gelten, kann jeder Gartenliebhaber einen wertvollen Beitrag leisten. Eine Expertin aus der Region Erlangen-Höchstadt, Silvia Hardt, zeigt auf, wie man mit wenig Aufwand bunte Naturgärten erschaffen kann und dabei die Artenvielfalt unterstützt.

Silvia Hardt, die in Münchaurach lebt und dort mit ihrem Mann und drei Kindern im fränkischen Aurachtal wohnt, hat sich mit ihrer Kleinen Baummanufaktur einen Namen gemacht. Diese Bio-Baumschule bietet nicht nur alte Obstsorten und Sortenraritäten, sondern auch wertvolle Tipps für alle, die einen Garten gestalten möchten. Ihre Leidenschaft für Naturgärten und Biodiversität spiegelt sich in ihrem Motto wider: „Es muss nicht alles (auf einmal) getan werden und schon gar nicht alles perfekt sein.“ Mit über einer Viertelmillion Followern auf sozialen Medien teilt sie ihre Ideen und Inspirationen für das Gärtnern und die Natur.

Tipps für naturnahe Gärten

Hardt ermutigt Gartenbesitzer, auch mit wenig Platz ein natürliches Paradies zu schaffen. Sie setzt auf Naturmaterialien, Second-Hand-Schätze und das Unperfekte, was im Einklang mit der Überzeugung steht, dass jedes unbebaute Fleckchen Erde ein Anfang für Artenvielfalt, Klimaschutz und mehr Lebendigkeit sein kann. Auf Instagram ist sie unter @kleinebaummanufaktur aktiv und bietet dort zahlreiche Anregungen, wie man seinen Garten naturnah gestalten kann.

Das Engagement von Silvia Hardt kommt nicht von ungefähr. In Deutschland leidet die Pflanzen- und Tierwelt unter gefährlichen Verlusten – 26% der Pflanzen und 36% der Tierarten sind gefährdet. Das Forschungsprojekt gARTENreich hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Auswirkungen auf private Gärten zu untersuchen und dabei auch die Herausforderungen zu beleuchten, die Gartenbesitzer bei der naturnahen Gestaltung erleben. Eine der ersten Phasen des Projekts beschäftigt sich mit den Motivationen und Hemmnissen, die Hobbygärtner oft zurückhalten.

Die Herausforderung der Biodiversität

Die Erhebung von Daten über Gärten und deren Gestaltung ist entscheidend, um einen Leitfaden für Hobbygärtner und Kommunen zu erstellen. Experten sind sich einig, dass die Abnahme der Gartenvielfalt durch die Vorliebe für bestimmte Ästhetiken und das Verwenden nicht-heimischer Pflanzen bedingt ist. Daher wird Gartenbesitzern geraten, heimische Wildpflanzen zu verwenden, Nisthilfen aufzustellen und Ecken des Gartens verwildern zu lassen, um die Gesundheit des Gartens zu verbessern und Insekten anzuziehen.

Silvia Hardt trägt mit ihrer Arbeit dazu bei, das Bewusstsein für naturnahe Gartengestaltung zu schärfen und die Menschen dazu zu inspirieren, ihre Gärten als wertvolle Lebensräume zu betrachten. In einer Zeit, in der der Klimaschutz und die Erhaltung der Biodiversität immer wichtiger werden, ist es ermutigend zu sehen, wie Einzelpersonen mit Engagement und Kreativität dazu beitragen können, die Natur zurück in unsere Gärten zu bringen.