Im Landkreis Erlangen-Höchstadt wird ernst gemacht beim Klimaschutz. Die Kommunen der Region setzen sich ehrgeizige Ziele, mit dem klaren Plan, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Doch wie realistisch sind diese Ziele und welche Schritte sind nötig, um sie tatsächlich umzusetzen? Dies thematisiert der Fränkische Tag in einem aktuellen Bericht.

Um den Landkreis auf Kurs zur Klimaneutralität zu bringen, haben bereits einige Gemeinden konkrete Maßnahmen zur CO2-Einsparung ergriffen. Diese Initiativen reichen von der Förderung erneuerbarer Energien bis hin zu kreativen Ansätzen in der Abfallwirtschaft. Die Bürger sind also gefragt, denn ohne ihre Mithilfe wird es schwierig, die gesteckten Ziele zu erreichen.

Bundesweite Klimaziele und deren Umsetzung

Die Klimaziele, die auch auf regionaler Ebene verfolgt werden, stammen aus dem umfassenden Klimaschutzplan der Bundesregierung. Laut dem Bundeswirtschaftsministerium soll Deutschland bis 2050 weitgehend treibhausgasneutral sein. Um dies zu erreichen, gibt es verbindliche Vorgaben, die politischen Entscheidungsträgern, der Wirtschaft und der Gesellschaft Orientierung bieten. Bis 2030 wird angestrebt, mindestens 55 Prozent weniger Treibhausgase im Vergleich zu 1990 zu emittieren. Der Plan sieht zudem vor, dass im Energiesektor langfristig nahezu der gesamte Strom aus erneuerbaren Quellen stammt.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Gebäudesektor, der einen erheblichen Anteil der Emissionen verursacht. Bis 2050 soll der Primärenergiebedarf der Gebäude um 80 Prozent gesenkt werden. Das bedeutet klar: Hier muss ordentlich nachgebessert werden, sowohl in Neubauten als auch im Bestand. Förderprogramme setzen Anreize, um die Effizienz der Gebäude zu steigern. Das alles hängt auch mit den gesetzlichen Vorgaben zusammen, die regelmäßig überprüft und angepasst werden.

Veränderungen im Klimaschutzgesetz

Dabei sind die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht zu vernachlässigen. Am 18. August 2021 beschloss das Bundesverfassungsgericht Änderungen im Bundes-Klimaschutzgesetz, das nun einen verschärften Zielpfad für die Reduktion der Treibhausgasemissionen festlegt. Dieser sieht eine Minderung von mindestens 65 Prozent bis 2030 vor – deutlich ambitionierter als zuvor. Auch die Sektoren, die hierbei zur Verantwortung gezogen werden, sind klar definiert: Energiewirtschaft, Industrie, Gebäude und Verkehr müssen sich an diese Ziele halten, wie das Umweltbundesamt berichtet.

Die Gemeinden im Landkreis Erlangen-Höchstadt stehen also vor großen Herausforderungen, aber auch vor Chancen. Es gibt viel zu tun, um die Klimaziele zu erreichen, doch mit den richtigen Maßnahmen und der Unterstützung der Bürger sind positive Veränderungen möglich. Schließlich wird Klimaschutz in den kommenden Jahren eine Schlüsselrolle für die Lebensqualität in der Region spielen.