Im Landkreis Erding ist die Zahl der Wildunfälle alarmierend hoch. Jährlich verlieren mehr als 900 Rehe ihr Leben auf den Straßen, was die Jäger im Gebiet stark belastet. Der Kreisjagdverband (KJV) Erding, der sich um etwa 80.000 Hektar jagdbarer Fläche kümmert und 109 Jagdrevieren verwaltet, fordert dringend finanzielle Unterstützung, um die Situation zu verbessern und effizientere Maßnahmen ergreifen zu können. „Die Zerschneidung der Lebensräume durch Verkehrswege ist ein ernsthaftes Problem“, hebt Thomas Schreder, der Kreisvorsitzende, hervor. Der KJV sieht nicht nur die Notwendigkeit eines neuen Jagdgesetzes als Chance, sondern auch als Herausforderung, insbesondere aufgrund der neuen Abschussplanfreiheit für Rehwild.

Ein weiterer Punkt, der die Jäger beschäftigt, ist die verbesserte Jagdorganisation. So wird im Landkreis der 1. Mai als vielversprechendes Datum für den Beginn der Jagdsaison erachtet. Dabei kommen verschiedene Maßnahmen zum Einsatz: Jäger suchen verletztes Wild, montieren Reflektoren, bringen Duftzäune an und kümmern sich um verletzte sowie getötete Tiere – ein wichtiges Engagement, das den Druck auf die Wildbestände verringern soll. Neben Schreder wurden bei den Neuwahlen auch Florian Mesz als 2. Vorsitzender, Lisa Abeltshauser als Schriftführerin und Pia Langhoff als Pressereferentin gewählt, um die Aufgaben im Verband zu unterstützen.

Herausforderungen und Lösungen

Die Problematik der Wildunfälle ist nicht nur ein lokales, sondern ein regionales Anliegen. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass mit 20% der Rehe, die durch Verkehrsunfälle ihr Leben lassen, eine signifikante Herausforderung besteht. In der Saison 2022/23 haben die Jäger im Landkreis Erding zudem mehr Rehwild geschossen, als ursprünglich geplant: Statt der angestrebten 3847 Rehe wurden 4082 erlegt – ein Überschuss von 106%. Dies kann teilweise auf den hohen Verbiss in den Revieren Erding Süd und Dorfen zurückgeführt werden, die über den geltenden Sollzahlen liegen. Laut der Süddeutschen (sueddeutsche.de) ist vor allem die steigende Verkehrsdichte in diesen Gebieten für die Wildunfälle verantwortlich.

Um die Kitzrettung zu unterstützen, fordert der Vorsitzende Schreder eine gezielte Förderung für den Einsatz von Drohnen, die mit Wärmebildkameras ausgestattet sind. So können Rehkitze vor den gefährlichen Mähmaschinen geschützt werden. Diesbezüglich hat auch Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) Unterstützung zugesichert und sich bereit erklärt, die Änderung der Förderkriterien voranzutreiben.

Engagierte Jäger im Einsatz

Der Kreisjagdverband blickt optimistisch in die Zukunft. Mit einem starken Rückhalt der Mitglieder und engagierten Teams, bestehend aus Fachleuten wie Dr. Klaus Ottis im Veterinärwesen und Josef Pfanzelt als Fallenbeauftragtem, wird an Lösungen gearbeitet. Auch die Jagdhornbläser unter Marco Michalke sowie die Junge-Jäger-Beauftragte Theresa Schreder leisten ihren Beitrag, um das Interesse und das Bewusstsein für eine nachhaltige Jagd und Wildpflege zu fördern.

Während sich die Jäger aktiv um die Entwicklung bewährter Praktiken bemühen, bleibt die Herausforderung, den Wildunfällen entgegenzuwirken, groß. Die kommenden Monate werden zeigen, wie effizient die neuen Regelungen und Initiativen greifen werden, um die Wildtiere im Landkreis Erding zu schützen und die Infrastruktur entsprechend anzupassen. Dies wird nicht nur für die Rehe entscheidend sein, sondern auch für die gesamtgesellschaftliche Akzeptanz der Jagd in der Region.