Trauer verstehen: Hörbehinderte suchen Unterstützung und Nähe
Im Bistum Eichstätt fand ein Vortrag zur Trauerbegleitung für Hörbehinderte statt. Referent Thomas Staudt teilte persönliche Erfahrungen.

Trauer verstehen: Hörbehinderte suchen Unterstützung und Nähe
Die Hörbehinderten- und Taubblindenseelsorge im Bistum Eichstätt hat mit einem bewegenden Vortrag zum Thema Tod und Trauer auf sich aufmerksam gemacht. Am 4. Dezember 2025 berichtete der Referent Thomas Staudt, der seit seiner Geburt gehörlos ist, von seinen persönlichen Erfahrungen mit Trauer und Abschied. Der Abend war nicht nur informativ, sondern bot auch einen wertvollen Raum für Reflexion über die Herausforderungen, denen sich gehörlose Menschen in Zeiten des Verlustes gegenübersehen. Bistum Eichstätt hat darüber berichtet, dass viele dieser Menschen sich in schweren Zeiten oft allein gelassen fühlen.
Besonders wichtig ist die Unterstützung, die sie in solch emotional aufgeladenen Momenten benötigen. Die Veranstaltung setzte sich intensiv mit den Ergebnissen einer Umfrage auseinander, die dazu durchgeführt wurde, um die Gefühle und Gedanken gehörloser Menschen rund um den Tod von Angehörigen oder Freunden zu erfassen. Die Umfrage ergab klare Bedürfnisse nach Verständigung und Unterstützung durch Fachleute, die eine barrierefreie Kommunikation und verständliche Sprache anbieten können.
Wichtige Erkenntnisse für die Seelsorge
Die berechtigte Forderung nach guter Unterstützung geht über persönliche Kontakte hinaus. Veranstalter und Referent erkundeten, wie bedeutend die Rolle eines einfühlsamen Umfelds für Trauernde ist. Diese Erkenntnisse liefern nicht nur wertvolle Impulse für die künftige Seelsorgearbeit, sondern betonen auch die Notwendigkeit, Angebote für gehörlose Menschen weiter auszubauen. Dabei ist die barrierefreie Kommunikation das A und O, sei es durch Gebärdensprache oder technische Hörhilfen. Behindertenseelsorge.de hebt hervor, dass in Deutschland rund 14 Millionen Menschen von einer Hörbehinderung betroffen sind, von denen 80.000 als gehörlos gelten.
Die Einrichtungen, die sich um die Förderung des Miteinanders von Menschen mit und ohne Hörbehinderung bemühen, bieten zahlreiche Möglichkeiten der Seelsorge an. Dazu gehören etwa Gottesdienste mit Gebärdensprachübersetzung, besinnliche Veranstaltungen, Bildungsangebote und spezielle Programme für verschiedene Altersgruppen. Den Verantwortlichen ist es ein Anliegen, dass jeder die Chance erhält, aktiv am Gemeindeleben teilzunehmen.
Gemeinsame Unterstützung leben
Wie die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau betont, ist es Ziel, Gemeinschaft zu erleben und den Glauben zu teilen. Die Seelsorge bietet verschiedene Angebote, darunter auch persönliche Gespräche und Veranstaltungen, die speziell auf die Bedürfnisse gehörloser Menschen abgestimmt sind. Auf der Website der Gehörlosen-Seelsorge finden Interessierte zahlreiche Informationen zu Terminen und Kontakten zu Seelsorgerinnen und Seelsorgern, die sich der Sache annehmen.
Die Veranstaltung in Eichstätt ist somit ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um die Bedürfnisse gehörloser Menschen in der Seelsorge ernst zu nehmen und ihnen in Zeiten des Verlusts die Unterstützung zu bieten, die sie verdienen. In einer Welt, in der Kommunikation das A und O ist, könnte viel gewonnen werden, wenn die Angebote angepasst und erweitert werden. Schließlich sind es die kleinen Gesten und die offene Kommunikation, die eine positive Veränderung bewirken können.