Ebersberg in der Finanzkrise: Grüne fordern Klage gegen Söder und den Staat!
Grünen-Antrag zur Klage gegen den Freistaat Bayern: Ebersberg kämpft gegen 60 Millionen Euro Kostenunterdeckung und Schulden.

Ebersberg in der Finanzkrise: Grüne fordern Klage gegen Söder und den Staat!
Die Finanzlage des Landkreises Ebersberg ist angespannt und die Grünen fordern mit Nachdruck eine Klage gegen den Freistaat Bayern. Immer wieder werden den Kommunen Aufgaben zugewiesen, ohne dass die entsprechenden Mittel zur Verfügung gestellt werden. Dies hat dazu geführt, dass der Landkreis seit 2012 mit einer Kostenunterdeckung von rund 60 Millionen Euro kämpft, was die Grünen in einem anstehenden Antrag im Kreistag thematisieren möchten. Zu den Kernforderungen des Landratskandidaten Thomas von Sarnowski gehören die Zuschüsse zur Sanierung und Neubau von Schulen sowie der Erhalt der Kreisklinik in öffentlicher Hand und die Umsetzung der Energiewende. gruene-ebersberg.de berichtet, dass der Landkreis mit einem Defizit von 4 Millionen Euro für das nächste Jahr plant, während der Freistaat im vergangenen Jahr 8 Millionen Euro hätte zahlen müssen.
Die Position der Grünen wird von einem kritischen Blick auf die aktuelle Haushaltslage untermauert. Landrat Robert Niedergesäß äußert Skepsis hinsichtlich der Erfolgsaussichten einer Klage und verweist auf die Verantwortung von Bundesgesetzen, die eine zusätzliche finanzielle Belastung für die Landkreise mit sich bringen. Auf der anderen Seite wird der unzureichenden Zahlungsmoral des bayerischen Finanzministers Albert Füracker und Ministerpräsident Markus Söder (beide CSU) vehement entgegengetreten. merkur.de hebt hervor, dass die Defizite aus Staatsausgaben ungebremst steigen und die Kommunen damit in eine prekäre Lage geraten.
Klare Forderungen und Herausforderungen
Die Kommunen stehen vor zahlreichen Herausforderungen, die sich in der aktuellen finanziellen Lage widerspiegeln. Wichtige Ausgabearten wie Personal- und Sachaufwand wachsen kontinuierlich, während die Steuereinnahmen stagnieren. Laut einem aktuellen Finanzreport der Bertelsmann Stiftung sind die strukturellen Probleme, insbesondere bei Sozialausgaben, ungelöst und die inflationären Tendenzen haben das Ausgabenniveau dauerhaft erhöht. bertelsmann-stiftung.de beschreibt, dass vielen Kommunen die finanzielle Handlungsfähigkeit mittlerweile infrage gestellt wird.
Die Grünen fordern, dass die rund 60 Millionen Euro, die der Freistaat Bayern den Kommunen schuldet, für essenzielle Investitionen verwendet werden sollten, wie etwa die geplanten Schulneubauten in Grafing-Bahnhof und Poing. Dabei wird deutlich, dass die Herausforderungen nicht nur lokal, sondern auch landesweit bestehen. Die Notwendigkeit einer Staatsreform zur Sicherstellung der Aufgaben der Kommunen ist unbestreitbar. Es braucht einen deutlichen Appell an Bund und Länder, um eine dauerhafte Verbesserung der kommunalen Situation zu erreichen. Die bevorstehende Sitzung am 1. Dezember wird zeigen, wie es mit den Finanzierungsfragen im Landkreis Ebersberg weitergeht.
Die kommenden Entscheidungen könnten weitreichende Konsequenzen für die Finanzplanung des Landkreises und dessen Zukunft haben. Bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen die Dringlichkeit der Forderungen erkennen und entsprechend handeln, um den Landkreis nicht weiter in die Schuldenfalle zu führen.