Hebammen in Bamberg kündigen: Alarmstufe Rot für Geburtshilfe!

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In Bamberg kündigen Hebammen wegen neuer Verträge, die zu Verdiensteinbußen führen. Versorgungsqualität gefährdet!

In Bamberg kündigen Hebammen wegen neuer Verträge, die zu Verdiensteinbußen führen. Versorgungsqualität gefährdet!
In Bamberg kündigen Hebammen wegen neuer Verträge, die zu Verdiensteinbußen führen. Versorgungsqualität gefährdet!

Hebammen in Bamberg kündigen: Alarmstufe Rot für Geburtshilfe!

Die Geburtshilfe in Bamberg steht vor einer ernsthaften Herausforderung: Sechs freiberufliche Beleghebammen am Klinikum Bamberg haben angekündigt, zum Januar 2026 ihre Tätigkeit niederzulegen. Der Grund für diesen besorgniserregenden Schritt ist der neue Hebammenhilfevertrag (HBV), der ab dem 1. November 2025 in Kraft trat. Laut Radio Bamberg führt dieser Vertrag zu Verdiensteinbußen, die für die Hebammen kaum tragbar sind.

Die künftige Regelung sieht zwar höhere Bezahlungssätze vor, jedoch erhalten Hebammen nur einen geringeren Prozentsatz pro betreuter Frau. Während die Vergütung unter der Geburt auf über 80 Euro verdoppelt wird, bangt man dennoch um die finanzielle Stabilität, da die 1:1-Betreuung von vier Stunden rund um die Geburt im Alltag oft nicht umzusetzen ist. Fast die Hälfte der Hebammen im Bundesgebiet, genau 44 Prozent, überlegt, ihren Beruf aufzugeben – ein besorgniserregendes Signal für die flächendeckende Versorgung, warnen die Fachverbände. Diese Problematik wird auch von den vertretenden Verbänden wie dem Bayerischen Hebammen Landesverband (BHLV) durch die immer spürbarere Unsicherheit unter Beleghebammen unterstrichen.

Unmut über die neuen Regelungen

Fehlende Planungssicherheit und zunehmender bürokratischer Aufwand belasten die freiberuflichen Hebammen. Die Sorgen sind nicht unbegründet: Laut einer Umfrage des BHLV hegen rund 25 Prozent der Beleghebammen bereits ernsthafte Kündigungsabsichten oder haben diese Entscheidung sogar getroffen. Ein Umfrageergebnis von 68 Kliniken zeigt, dass die Hälfte der befragten Einrichtungen bereits direkte Auswirkungen der neuen Abrechnungsregelung verzeichnet.

Elisabeth Hagelstein, eine Beleghebamme am Krankenhaus Agatharied, schildert, dass ihr Team mit großer Verunsicherung zu kämpfen hat. Es gibt zwar Übereinstimmung, dass die Geburtshilfe gut aufgestellt ist, doch die neuen Regelungen stellen eine ernsthafte Herausforderung dar. Tatsächlich fordern Elternverbände und Leistungserbringer seit Jahren grundlegende Verbesserungen in der geburtshilflichen Versorgung, so auch im Kontext der durch das BIFG erhobenen Daten, die auf eine unzureichende Transparenz im ambulanten Bereich hindeuten.

Der Druck auf die Hebammen wächst

Die steigende Anzahl an Austritten könnte das Ende vieler Beleghebammenstellen bedeuten. Mechthild Hofner, die Vorsitzende des BHLV, warnt vor einem langsamen Sterben der Beleghebammenhäuser, und kann sich fest vorstellen, dass 2026 gravierende Auswirkungen für die Versorgungslandschaft drohen. Auch Lisa Dörner, eine Beleghebamme am Klinikum Großhadern in München, äußert sich besorgt über die finanziellen Verluste, die der neue Vertrag für sie und ihre Kolleginnen mit sich bringt. Zwei ihrer Kolleginnen haben bereits ihre Kündigung eingereicht.

In diesem Kontext muss auch die Bedeutung der 1:1-Betreuung hervorgehoben werden. GKV-Sprecher Florian Lanz betont, wie wichtig diese Form der Unterstützung während der Geburt ist und wie der neue Hebammenhilfevertrag darauf abzielt, diese Praxis zu sichern. Dennoch bleibt der Zweifel bestehen, dass eine angemessene Vergütung für die ehrlichen Anstrengungen der Hebammen nicht gegeben ist, wenn mehrere Frauen gleichzeitig betreut werden müssen. Die Hoffnung auf Nachverhandlungen ist groß, vor allem in Hinblick auf die anstehenden Herausforderungen.

Die Sozialstiftung Bamberg hat sich zum Ziel gesetzt, die Versorgungsqualität im Bereich der Geburtshilfe zu sichern. Dennoch bleibt abzuwarten, wie diese Bemühungen angesichts der aktuellen Entwicklungen und der Unzufriedenheit in der Hebammenbranche fruchten können. Die Situation an den Geburtshäusern in Bamberg und darüber hinaus zeigt einmal mehr: Hier ist Handlungsbedarf gefragt.