Das bayerische Kulturerbe hat Zuwachs bekommen! In einer feierlichen Sitzung hat der Bayerische Ministerrat offiziell beschlossen, die Tradition der Wiesenfeste als Immaterielles Kulturerbe anzuerkennen. Damit werden die Wiesenfeste in den Landkreisen Hof und Wunsiedel sowie in den Städten Gefrees (Landkreis Bayreuth) und Hirschberg (Thüringen) gewürdigt. Dies berichtet die Frankenpost.

Die Wiesenfeste haben sich über die Jahre zu beliebten Ereignissen entwickelt, zu denen jährlich zahlreiche Besucher strömen. Besonders das Selber Wiesenfest zieht viele Menschen an und bietet eine bunte Mischung aus regionalem Brauchtum und Festatmosphäre. Die Anerkennung als immaterielles Kulturerbe zeigt die Wertschätzung für diese Tradition und die kulturelle Identität, die sie repräsentiert.

Vielfalt des bayerischen Brauchtums

Die Aufnahme der Wiesenfeste ist Teil einer größeren Initiative der bayerischen Staatsregierung. Insgesamt wurden 19 weitere Kulturformen in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen, wie die Augsburger Allgemeine berichtet. Finanz- und Heimatminister Albert Füracker hob die „lebendige Vielfalt“ der bayerischen Ausdrucksformen hervor, die durch diese Maßnahmen gefördert werden sollen.

Zu den neu aufgenommenen Traditionen zählen unter anderem der handwerkliche Geigenbau, das Neujahrslied-Singen der Banater Schwaben sowie der Hopfenanbau in Deutschland. Auch das traditionelle Alm- und Alpwirtschaften und der historische Festzug in Wolnzach finden ihren Platz im neuen Verzeichnis. Diese vielfältigen Brauchtümer und Traditionen sind nicht nur Teil der bayerischen Kultur, sie stärken auch das Gemeinschaftsgefühl der Menschen und tragen zum Erhalt dieser lebendigen Geschichte bei.

Internationale Anerkennung

Deutschland ist seit 2013 Vertragsstaat des UNESCO-Übereinkommens über das Immaterielle Kulturerbe. Die UNESCO zeichnet seit 2003 verschiedene Bräuche, Traditionen und Handwerkstechniken aus, um sie vor dem Vergessen zu bewahren. Die Neuzugänge in das bayerische Landesverzeichnis sind ein wichtiges Signal dafür, wie ernst die bayerischen Behörden die Erhaltung dieser Traditionen nehmen.

Durch die offizielle Anerkennung der Wiesenfeste und anderer Kulturerben wird es möglich, gezielte Maßnahmen zur Erhaltung und Weiterentwicklung dieser wertvollen Traditionen zu unterstützen. So bleibt das bayerische Brauchtum vielfältig und lebendig – und das ist etwas, worauf die Menschen hierzulande stolz sein können.