Kampf um die Teiche: Fischotter setzen Bayerns Teichwirte unter Druck!
Fischotter verursachen Schäden in bayerischen Fischzuchten. Teichwirte suchen Lösungen, während Naturschutzverbände warnen.

Kampf um die Teiche: Fischotter setzen Bayerns Teichwirte unter Druck!
Was geht gerade in den kleinen Teichwirtschaften Bayerns? Auf den ersten Blick mag die Idylle am Aschauer Weiher in Lorenzreuth etwas trügerisch erscheinen. Bernd Fischer, Teichwirt vor Ort, macht seinem Unmut über die Schäden Luft, die Fischotter in seinem Weiher anrichten. Mit einem klaren Appell sucht er nach Lösungen und Mitstreitern, um den Herausforderungen, die diese stimmigen Tierchen mit sich bringen, Herr zu werden. „Das ist ja fast schon pervers,“ klagt Fischer über das Treiben der Otter, während er gleichzeitig die schöne Natur um sich herum – von Sumpflilien über Wasserrosen bis zu Frosch und Eisvogel – würdigt.
Ein großes Thema in der Region ist die Diskussion um die Fischotterpopulation, die sich in Bayern in den letzten Jahren erfreulicherweise wieder erholt hat. Waren die Otter vor 30 Jahren fast ausgerottet, leben jetzt schätzungsweise 650 Tiere in der Oberpfalz und Niederbayern. Franz Kühn, Betreiber einer Fischzucht in Tirschenreuth, ist ebenfalls betroffen und schätzt die jährlichen Schäden durch die Tierchen auf bis zu 15.000 Euro – Tendenz steigend. Seine Stimme gehört zu vielen, die die neue Verordnung der Staatsregierung unterstützen, die den Abschuss der Fischotter erleichtert sieht Kühn als Notwendigkeit.
Ein hitziger Streit
Doch wo das eine Lager für eine Regulierung ist, gibt es auf der anderen Seite vehemente Widersprüche. Naturschutzverbände, allen voran der Bund Naturschutz (BN), sind gegen die neue Verordnung. Die Fischotter, wissenschaftlich bekannt als Lutra lutra, stehen unter strengem Schutz und ihre Entnahme könnte weitreichende Folgen für das Ökosystem haben. Axel Bartelt, Präsident des Landesfischereiverbands, bestätigt die strengen Rahmenbedingungen, unter denen die Entnahme erfolgen kann, und weist auf die anstehenden Verhandlungen des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH) hin, die das Pilotprojekt zur Entnahme von Fischottern in drei Fischzuchtanlagen betreffen.
Hier stellt sich die Frage, wie diese Verordnung in der Praxis umgesetzt werden kann. Sowohl Fischer als auch Kühn sind skeptisch, besonders was die Verfügbarkeit von Jägern und die Antragsverfahren für Abschüsse betrifft. Diese praktische Problematik könnte den Streit weiter anheizen, denn die Bedenken bezüglich der wirksamen Kontrolle der Fischotterpopulation sind groß.
Fischotter in Bayern
Der Eurasische Fischotter (Lutra lutra) ist die zweitgrößte Marderart in Deutschland. Seine Körperlänge variiert zwischen 60 und 90 Zentimetern, und sein Durchschnittsgewicht bewegt sich zwischen 5 und 10 Kilogramm. Mit seinem länglichen, muskulösen Schwanz, der als Steuer- und Stabilisierungsorgan dient, ist er bestens an das Leben im Wasser angepasst. Trotz ihrer weitreichenden Verbreitung, sind die Fischotter heute in isolierten Populationen anzutreffen , wie der Bund Naturschutz berichtet.
Bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickeln wird. Wird es den Teichwirten gelingen, die Schäden durch die Fischotter in den Griff zu bekommen, oder wird der Widerstand der Naturschützer die gesetzgeberischen Maßnahmen ausbremsen? Fest steht: Ein harmonisches Miteinander zwischen Natur und Fischzucht – das ist erstmal ein Wunschtraum. In der Zwischenzeit müssen sich die Teichwirte mit den Gegebenheiten arrangieren und das Beste aus der Situation machen.