Illegale Flugzeugträume: Wie Schönbrunner heimlich die Gö-4 bauten!
Entdecken Sie die faszinierende Geschichte von Wunsiedel im Fichtelgebirge und dem heimlichen Flugzeugbau nach 1949.

Illegale Flugzeugträume: Wie Schönbrunner heimlich die Gö-4 bauten!
Was gibt’s Neues am Himmel über Bayern? Die Luftsportvereinigung Schönbrunn-Tröstau, mit einer faszinierenden Geschichte aus der Luftfahrt, öffnete kürzlich ihre Türen und lud alle Interessierten ein. Diese ungewöhnliche Vereinigung hat sich dem Fliegen seit 1933 verschrieben, als abenteuerlustige Schönbrunner ihr erstes Flugzeug zusammenbauten. Mit einem Rumpf aus Sperrholz und Flügeln aus einem speziellen, mit Harz verstärkten Baumwollstoff war ihr Flugzeug ein echtes Unikat.
Doch die Liebe zur Fliegerei war nicht immer ohne Risiko. Im Dezember 1949 beschlossen einige Männer aus Wunsiedel und Tröstau, die strengen Vorschriften des Kontrollrates der Alliierten zu ignorieren. Die Herstellung, der Besitz und der Betrieb von Flugzeugen waren zu dieser Zeit streng verboten. Wer sich nicht daran hielt, konnte mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe rechnen. Dennoch wagten es die mutigen Männer, im Sommer 1950 den Bau eines doppelsitzigen Segelflugzeugs zu beginnen – das GÖ4, ein Modell, das vor dem Krieg großes Ansehen genoss. Laut Frankenpost war dies ein gewagtes Unterfangen voller Leidenschaft und Wagemut.
Das GÖ4 – Ein Stück Luftfahrgeschichte
Was macht das GÖ4 so besonders? Dieses Segelflugzeug, das in Holzbauweise konstruiert wurde, wurde von Wolf Hirth und Wolfgang Hütter entworfen und basiert auf dem Gö-3 Minimoa. Die ersten Flüge fanden bereits im Herbst 1937 statt. Der Hersteller, die Sportflugzeugbau Göppingen Martin Schempp + Wolf Hirth GmbH, begann 1939 mit der Serienproduktion in Kirchheim unter Teck. Insgesamt wurden 120 Exemplare gebaut, was das GÖ4 zu einem wichtigen Teil der Luftfahrtgeschichte machte, wie Wikipedia berichtet.
- Maße des GÖ4:
- Länge: 6,74 m
- Spannweite: 14,8 m
- Flügelfläche: 19 m²
- Leermasse: 180 kg
- Startmasse: 350 kg
Eine der bemerkenswertesten Eigenschaften des GÖ4 ist seine Bauweise: Es besteht aus einem stabilen Holzrumpf und Tragflächen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden einige Modelle in kleiner Serie gebaut, wobei nur noch wenige flugfähige Exemplare erhalten geblieben sind. Die meisten dieser Oldtimer werden heute von engagierten Clubs gepflegt, viele finden sich in Museen, wie dem Deutschen Segelflugmuseum und der Flugwerft Schleißheim.
Die Entwicklung der Luftfahrt
Die Leidenschaft für das Fliegen hat eine lange und bewegte Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht. Bereits die ersten Flugversuche reichen bis zu den Drachen in der Antike und mythologischen Erzählungen von fliegenden Göttern oder überdimensionierten Vögeln zurück. Die technische Entwicklung, die schließlich in motorisierte Flugzeuge mündete, wurde u.a. durch die Brüder Wright und deren ersten kontrollierten Motorflug 1903 markiert, sowie durch Pioniere wie Otto Lilienthal, der in den späten 1800ern die Aerodynamik maßgeblich prägte. Ein umfassender Überblick über diese beeindruckende Evolution der Luftfahrt findet sich auf Wikipedia.
Es ist klar, dass das Himmelblau über Bayern nicht nur von den ehrgeizigen Piloten der Luftsportvereinigung getrübt wird, sondern auch von der reichen Legacy, die über Jahrzehnte gewachsen ist. Das GÖ4 und seine Geschichte sind nur ein Teil eines weitreichenden Kapitels der Luftfahrt, die uns weiterhin fasziniert und inspiriert.