Im Dezember 2023 steht ein ganz besonderes Jubiläum vor der Tür: Die erste Verleihung der Nobelpreise jährt sich zum 125. Mal. Dabei hebt sich insbesondere ein Name hervor, der eng mit der Universität Würzburg verbunden ist: Wilhelm Conrad Röntgen. Der Physiker war 1901 der erste Nobelpreisträger und wurde für seine bahnbrechende Entdeckung der nach ihm benannten Röntgenstrahlen ausgezeichnet. Heute beschäftigen wir uns nicht nur mit Röntgen, sondern mit weiteren 13 Nobelpreisträgern der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) und ihrer gemeinsamen Geschichte der Exzellenz.
Wilhelm Conrad Röntgen wurde am 27. März 1845 in Lennep geboren. Während seiner Ausbildung hielt er es nicht für notwendig, das Abitur zu machen. Stattdessen besuchte er von 1861 bis 1863 die Technische Schule in Utrecht, bevor er am Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich Maschinenbau und Physik studierte. Nach Abschluss seines Diploms 1868 begann er, in Zürich zu promovieren. Im Jahr 1876 übernahm er eine Professur an der Universität Würzburg, wo er bis zu seiner Berufung nach München 1900 lehrte.
Die Entdeckung der Röntgenstrahlen
Röntgens Forschung begann bemerkenswert: Er experimentierte mit elektrischen Gasentladungen in einer nahezu luftleeren Glasröhre. Eine entscheidende Wende brachte es, als er die Röhre mit schwarzem Karton umhüllte. Dies ermöglichte es, die Knochen seiner Hand auf einem Fluoreszenzschirm sichtbar zu machen – ein Meilenstein in der medizinischen Bildgebung. Die Röntgenstrahlen revolutionierten die Diagnostik und haben bis heute einen enormen Einfluss auf die Medizin.
In seiner Zeit an der JMU hielt Röntgen wöchentliche Vorlesungen über Experimentalphysik und kümmerte sich um Praktika und Doktoranden. Mit einem wachsenden Publikum — von anfänglich über 100 Hörer auf 185 innerhalb von zwei Jahren — war sein Einfluss an der Universität unübersehbar. Auch als Rektor in den Jahren 1893/94 machte er sich einen Namen, nicht zuletzt aufgrund seiner Äußerungen zur Bayerischen Universitätsverwaltung, die er in seiner Rektoratsrede kritisch beleuchtete.
Ein Erbe in der Wissenschaft
Insgesamt hat die Universität Würzburg 14 Nobelpreise vergeben, was ihr einen besonderen Platz in der deutschen Universitätslandschaft sichert. Röntgens Innovationsgeist zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der JMU: Seine Erkenntnisse waren wegweisend und ebneten den Weg für zahlreiche weitere Forscher, die Würzburg als ihre akademische Heimat wählten. Ein Besuch an der Universität, die zur Hochburg der Wissenschaft avancierte, ist daher auch ein Besuch an den Wurzeln bedeutender Entdeckungen.
Im kommenden Dezember, wenn der 125. Jahrestag der Nobelpreise gefeiert wird, wird auch das Erbe von Wilhelm Conrad Röntgen und seinen Nachfolgern an der JMU in den Vordergrund rücken. Diese beeindruckende Geschichte von Forschung und Entdeckung ist ein lebendiger Beweis für die Exzellenz der Universität und der Wissenschaft in Deutschland.
Für mehr Informationen über die hohe Anzahl an Nobelpreisträgern an der JMU, können Sie MainPost und Physik Uni Würzburg besuchen.