Am 26. Januar 2026 erlebte Würzburg einen heftigen Wintereinbruch, der den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) lahmlegte. Die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) entschied, den innerstädtischen Busverkehr vorübergehend komplett einzustellen, da verstärkter Schneefall bereits erste Ausfälle verursacht hatte. Die Bürger waren gezwungen, alternative Fortbewegungsmittel zu nutzen, sei es zu Fuß oder mit dem Auto. Die WVV zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die Einschränkungen nicht den ganzen Tag andauern würden und die Wetterprognosen deuteten auf ein baldiges Abebben der Schneefälle hin (Quelle).
In der Nacht zum 27. Januar endete der Schneefall, und Tauwetter setzte ein, was die Bedingungen erheblich verbesserte. Kurz nach 5 Uhr übernahm die E-Lok 299 die innerstädtischen Strecken, während der Düwag-Schleifwagen 295 die anspruchsvolle Steilstrecke zum Heuchelhof räumte. Die Linie 4 nahm ebenfalls kurz nach 5 Uhr den regulären Betrieb wieder auf, während die Linie 5 bis 11 Uhr von Bussen bedient wurde. Allerdings führten zwei festgefahrene Lkw im Gleisbereich zu Unterbrechungen auf den Streckenästen in die Zellerau und Sanderau. Ab dem Mittag normalisierte sich der Betrieb dank des Tauwetters (Quelle).
Würzburg und Nürnberg im Winterchaos
Parallel zu den Ereignissen in Würzburg wurde auch in Nürnberg der Straßenbahnbetrieb am 26. Januar eingestellt. Die VAG entschied, die Straßenbahnen im Depot zu lassen, da die Schneemenge in Kombination mit dem Berufsverkehr die Fortbewegung stark erschwerte. Räumdienste befreiten zwar die Bahnsteige, kippten jedoch den Schnee in den Gleisbereich, was die Gefahr von Entgleisungen erhöhte. Am Dienstag, dem 27. Januar, konnte die VAG das Straßenbahnnetz schrittweise wieder in Betrieb nehmen. Historische und robuste Fahrzeuge, darunter der 90 Jahre alte Arbeitswagen A22 sowie der Partywagen 334 und der Stadtbahnwagen 363, wurden eingesetzt, um die Strecken zu bedienen. Bis zum Dienstagnachmittag war der Straßenbahnbetrieb auf allen wichtigen Strecken wiederhergestellt, mit Ausnahme der Linie 7, die bis zum späten Abend außer Betrieb blieb (Quelle).
Kommunikation und Herausforderungen
Die Kommunikation der VAG während der Betriebseinstellung wurde als unzureichend im Vergleich zur Münchner MVG wahrgenommen. Während die Abfahrtsanzeigen weiterhin die nächsten Fahrten anzeigten, blieb die Linie 7 bis zum späten Abend außer Betrieb. Dieser Wintereinbruch stellt nicht nur eine Herausforderung für den Nahverkehr dar, sondern wirft auch Fragen zur Effizienz der Räumdienste und der Kommunikation in Krisensituationen auf. Die Vorfälle in Würzburg und Nürnberg verdeutlichen, wie stark das öffentliche Verkehrssystem von Wetterbedingungen abhängt und wie wichtig eine schnelle und transparente Kommunikation ist, um den Bürgern eine angemessene Orientierung zu bieten.
Die Wintermonate können für den öffentlichen Nahverkehr in Deutschland eine große Herausforderung darstellen. Die Ereignisse vom Januar 2026 sind ein eindringliches Beispiel dafür, wie sich extreme Wetterbedingungen auf die Mobilität in Städten auswirken können und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um den Verkehr aufrechtzuerhalten und die Sicherheit der Passagiere zu gewährleisten. Die Lehren aus diesen Vorfällen könnten dazu beitragen, zukünftige Wintereinbrüche besser zu managen. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in der ausführlichen Analyse über die Herausforderungen des öffentlichen Nahverkehrs im Winter (Quelle).