Würzburg steht vor einem bedeutenden Umbruch im Bereich des öffentlichen Verkehrs. Der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) wird neu geplant, um den aktuellen und zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden. Seit dem 9. März 2026 läuft eine Bürgerbeteiligung, die es den Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht, aktiv an der Neugestaltung des ZOB teilzunehmen. Diese Maßnahme ist Teil einer umfassenden Initiative, die darauf abzielt, den ZOB funktional, leistungsfähig, gut erreichbar, übersichtlich, barrierefrei und einladend zu gestalten. Der ZOB, der in den 1960er und 1970er Jahren zur Bündelung der Busverkehre errichtet wurde, hat längst seine Grenzen erreicht. Der bauliche Zustand und die Funktionalität stoßen an ihre Limits. Der ZOB stellt einen wesentlichen Verkehrsknotenpunkt für Stadt- und Regionalbusse sowie private Busreiseanbieter und Fernbuslinien dar und liegt in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof sowie angrenzenden Straßenbahnhaltestellen.
Um die Herausforderungen rund um den ZOB umfassend zu verstehen, wurde ein Verkehrsplanungsbüro beauftragt, das verkehrliche Untersuchungen und Analysen durchführt. Dabei werden Verkehrsabläufe, Busbewegungen und Umsteigebeziehungen untersucht, ebenso wie Fragen zur Auslastung, Sicherheit und Orientierung. Die Bürgerbefragung, die sowohl online als auch im Rathaus stattfindet, bietet eine Plattform zur aktiven Mitgestaltung. Die Online-Befragung läuft bis zum 12. April 2026, und zusätzlich gibt es einen Pop-up-Stand im Oberen Foyer des Rathauses, wo Bürgerinnen und Bürger direkt Informationen und Anregungen einbringen können. Die Standzeiten sind am Montag, 16. und 23. März, von 13 bis 16 Uhr sowie am Dienstag, 17. und 24. März, von 9 bis 12 Uhr, und am Mittwoch, 18. und 25. März, von 13 bis 16 Uhr, sowie am Donnerstag, 19. und 26. März, von 9 bis 12 Uhr.
Die Geschichte des ZOB und seine Bedeutung
Nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich die Verkehrsstruktur in Würzburg grundlegend. Die Straßenbahn war zunächst das Rückgrat des innerstädtischen Verkehrs, doch ab den 1950er- und 1960er-Jahren gewann der Omnibusverkehr zunehmend an Bedeutung. Neue Wohngebiete am Stadtrand führten zu einem Wachstum des Pendlerverkehrs aus dem Umland. In diesem Kontext stellte sich die Notwendigkeit eines zentralen Umsteigepunkts mit direkter Anbindung an den Bahnverkehr – insbesondere zum Hauptbahnhof – als dringlich heraus. Der ZOB wurde in den 1960er- und 1970er-Jahren westlich bzw. südlich des Hauptbahnhofs errichtet, um einen reibungslosen Übergang zwischen Bus und Bahn zu ermöglichen. Der Bereich rund um den Bahnhof entwickelte sich schnell zum wichtigsten Verkehrsknotenpunkt der Stadt.
In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Bedeutung des ZOB stetig, und die städtische Verkehrsplanung musste sich den neuen Anforderungen anpassen. So kam es zum Ausbau des Busnetzes durch die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) und regionale Anbieter, die zusätzliche Haltepositionen und Anpassungen der Verkehrsführung mit sich brachten. Allerdings gab es auch Rückschläge: Ein umfangreiches Einkaufs- und Stadtentwicklungsprojekt, die „Würzburg Arcaden“, wurde 2006 mehrheitlich abgelehnt. Dieses Projekt hätte eine Verlagerung des ZOB auf das Gelände östlich des Bahnhofsgebäudes vorgesehen, um den Busverkehr effizienter zu organisieren und den Bahnhofsvorplatz städtebaulich aufzuwerten.
Bürgerbeteiligung als Schlüssel zur Planung
Die aktuelle Bürgerbeteiligung ist nicht nur ein Zeichen für Transparenz, sondern auch gesetzlich vorgeschrieben im Planungsverfahren, wie es in den Richtlinien der Bayerischen Straßenbauverwaltung festgelegt ist. Öffentlichkeitsbeteiligung hat einen hohen Stellenwert und soll dazu beitragen, bessere Aufklärung, höhere Akzeptanz und gute Planungsergebnisse zu erzielen. Straßenplanung umfasst oft gegenläufige Interessen, weshalb die frühe Einbindung der Öffentlichkeit eine bedeutende Rolle spielt. Die Bürgerbefragung in Würzburg zielt darauf ab, die Bürger in den Planungsprozess einzubeziehen, um die unterschiedlichen Perspektiven und Bedürfnisse zu berücksichtigen.
Die Erkenntnisse aus der Bürgerbeteiligung werden nicht nur in die Lageplan-Varianten einfließen, sondern auch in einen Fachworkshop, der voraussichtlich Ende April stattfinden wird. Ein Vorentwurf mit Kostenschätzung soll noch in diesem Jahr dem Stadtrat vorgelegt werden. So trägt die Stadt Würzburg aktiv dazu bei, dass der ZOB den zukünftigen Mobilitätsanforderungen gerecht wird und weiterhin ein zentraler Bestandteil des Verkehrsnetzes bleibt. Für weitere Informationen über die Bürgerbeteiligung und die Planung des ZOB können Interessierte die Website des Mitmachportals besuchen hier.
Für alle, die an dem Thema interessiert sind, bietet die Bürgerbeteiligung nicht nur die Möglichkeit zur Mitgestaltung, sondern auch einen Blick in die Zukunft des städtischen Verkehrs. Die Herausforderungen, die die Mobilität der Zukunft mit sich bringt, können gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern bewältigt werden.
Lesen Sie mehr über die Bürgerbefragung zur Zukunft des ZOB in Würzburg auf Würzburger Leben.



