Am 10. Februar 2026 blicken wir in Weißenburg/Gunzenhausen auf eine erfolgreiche Projektlaufzeit des Programms „Klima-Landwirtschaft“ zurück. Dieses innovative Vorhaben wurde 2022 ins Leben gerufen und hat sich dem Klimawandel und der Landwirtschaft verschrieben. In Kooperation mit dem Fachbereich Klimaschutz und der Wirtschaftsförderung der Zukunftsinitiative Altmühlfranken hat das Projekt das Ziel, Maßnahmen für Klimaschutz, Klimaanpassung und Biodiversität in der Landwirtschaft zu entwickeln und umzusetzen.
In den letzten drei Jahren haben sich fünf landwirtschaftliche Betriebe, zehn Unternehmen sowie neun Kommunen, darunter auch der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, engagiert. Unter dem Motto „In der Region – für die Region“ wurden zentrale Maßnahmen wie der Humusaufbau, die Förderung der Biodiversität und die Verbesserung des Wassermanagements umgesetzt. Die positive Bilanz nach dieser Zeit zeigt eine leichte Steigerung des Humusgehalts sowie eine Erhöhung der Biodiversität durch neu geschaffene Biotopstrukturen.
Ökologische Initiativen und ihre Wirkung
Ein wesentlicher Bestandteil der ökologischen Maßnahmen ist die Pflanzung und Pflege von Hecken und Obstbäumen sowie die Anlage von Blühwiesen und Feldvogelstreifen. Diese Initiativen schaffen nicht nur neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen, sondern stärken auch die Biodiversität der Region erheblich. Über die Jahre hat sich ein Netzwerk regionaler Akteure gebildet, das den Austausch und die Zusammenarbeit bei Klimaschutzmaßnahmen fördert.
Besonders interessant sind die Ergebnisse, die durch den Anbau von Zwischenfrüchten erzielt werden können. Diese Pflanzen verbessern die Bodenqualität und tragen zur CO₂-Speicherung in Form von Humus bei. Durchschnittlich reichern sie etwa 600 Kilogramm zusätzlichen Humus an und verringern gleichzeitig die Auswaschung von Nitrat sowie den Unkrautdruck. Die Experimentierfreude bei der Auswahl der Mischungen je nach Standort und Fruchtfolge ist hierbei von großer Bedeutung. Die Anbauflächen für Zwischenfrüchte haben im letzten Jahrzehnt zugenommen und bieten noch viel ungenutztes Potenzial zur Kohlenstoffbindung (Thünen-Institut).
Fortführung und Ausblick
Die Fortführung des Projekts „Klima-Landwirtschaft“ wurde nun beschlossen, was von der BayWa AG, dem Fachzentrum für Energie und Landtechnik sowie dem Landschaftspflegeverband Mittelfranken e. V. unterstützt wird. Der Landkreis begrüßt diesen Schritt im Rahmen seines Natur- und Umweltprogramms, wobei das Hauptziel die Stärkung der regionalen Klimaresilienz und die Unterstützung bei CO₂-Bilanzen bleibt.
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit setzt ebenfalls auf eine nachhaltige Landwirtschaft, die die Vielfalt und den Schutz natürlicher Ressourcen fördert. Agrarökologische Prinzipien und regionale Kreisläufe dienen als Leitlinien, um die ländliche Bevölkerung in Partnerländern bei traditionellen Landwirtschafts- und Viehzuchtmethoden zu unterstützen. Dabei wird auch der Zugang zu Land für Frauen und kleinbäuerliche Familien gefördert (BMZ).
Insgesamt zeigt das Projekt „Klima-Landwirtschaft“ in Weißenburg/Gunzenhausen, wie durch gemeinschaftliche Anstrengungen im Bereich der Landwirtschaft und des Klimaschutzes positive Veränderungen erzielt werden können. Mit einem starken Netzwerk und innovativen Ansätzen sind wir auf einem guten Weg, die Herausforderungen des Klimawandels anzugehen und gleichzeitig die Biodiversität in unserer Region zu fördern.



