Weilheim kämpft gegen Leerstände: So bleibt die Innenstadt attraktiv!
Die Stadt Weilheim steht vor Herausforderungen: 17 Leerstände, Rückgang der Einzelhändler und geplante Bebauungsanpassungen.

Weilheim kämpft gegen Leerstände: So bleibt die Innenstadt attraktiv!
Die Einkaufsstadt Weilheim steht vor einer großen Herausforderung. Aktuell gibt es in der Innenstadt 17 Leerstände, ein deutliches Zeichen für den Rückgang an Einzelhandelsbetrieben, der von 121 Betrieben im Jahr 2018 auf 91 Betriebe in 2025 gesunken ist. Dies entspricht einem Minus von 25 Prozent, wie Kreisboten berichtet. Um diesen Trend zu stoppen, wurde eine funktionale Strukturanalyse in Auftrag gegeben, die die Entwicklungen in der Innenstadt dokumentieren und Handlungsempfehlungen geben soll.
Die Verkaufsfläche in Weilheim hat sich von 26.430 m² auf 19.655 m² reduziert. Während die Nachfrage nach Einzelhandelsflächen, besonders in A-Lagen, spürbar abgenommen hat, wächst die Zahl der Komplementärnutzungen, wie Arztpraxen und Kanzleien, von 120 auf 148. Diese Entwicklung könnte jedoch nicht langfristig nachhaltig sein, da es der Einzelhandel zunehmend schwer hat, sich gegen den Online-Handel durchzusetzen.
Sanierung und Angebotsanpassungen
Um die Einkaufsmeile in der Schmiedstraße und am Marienplatz wieder attraktiver zu gestalten, empfiehlt CIMA, Anpassungen in den Bebauungsplänen vorzunehmen. Wohnungen in Erdgeschossen der zentralen Lagen sollen unzulässig werden, während in weniger betroffenen B- und C-Lagen einige Nutzungen weiterhin erlaubt bleiben, mit Ausnahmen wie Wettbüros oder Erotik-Shops. Stadtbaumeisterin Katrin Fischer stellt jedoch klar, dass bestehende Nutzungen Bestandsschutz genießen.
Die Diskussion im Stadtrat über die Einstufung der Admiral-Hipper-Straße zeigt die Unsicherheiten, die mit den neuen Nutzungsverordnungen einhergehen. Mietpreise in besten Lagen sinken, was gleichzeitig Chancen für den Handel bieten könnte. Doch die Risiken der geplanten Bebauungsplan-Festsetzungen, wie erhöhte Leerstände, stehen im Raum.
Umfeld und Trends im Einzelhandel
Der Einzelhandel ist branchenweit unter Druck. In Aachen beispielsweise zeigt das lokale Einzelhandelskonzept, dass der Rückgang von Verkaufsflächen ein zentrales Thema ist. Seit 2011 findet auch hier ein Rückgang der Einzelhandelsbetriebe statt, während großflächige Supermärkte in Gewerbegebieten zunehmend untersagt werden. Die Entwicklungen in Weilheim spiegeln diesen landesweiten Trend wider, wo viele Innenstadtbetriebe aufgrund der veränderten Kaufgewohnheiten geschlossen haben, wie Statista feststellt.
Der sogenannte „Donut-Effekt“ beschreibt das Phänomen, bei dem Konsumenten von zentralen Lagen in die Randgebiete abwandern. Dies hat zur Folge, dass viele Einzelhändler sich nicht mehr rentieren können, während gleichzeitig der Bedarf nach multifunktionalen Raumkonzepten wächst. Immer mehr Menschen wünschen sich eine Kombination aus Einkaufen, Wohnen und Freizeitangeboten in der Innenstadt.
Insgesamt bleibt es abzuwarten, welche Maßnahmen im Rahmen der durchgeführten Strukturanalyse ergriffen werden. Die Herausforderungen sind groß, aber mit einem klaren Konzept und der Zusammenarbeit aller Beteiligten könnte Weilheim doch noch zu alter Stärke zurückfinden.