Heute ist der 11.02.2026. In der Region Weilheim-Schongau wird der Ruf nach einer Verbesserung der Wirtschaftsbedingungen immer lauter. Der IHK-Regionalausschuss hat ein Positionspapier vorgelegt, das die zentralen Herausforderungen und Forderungen der Unternehmer vorstellt. Hauptanliegen sind eine schlankere, serviceorientierte und digitalisierte Verwaltung, mehr Lösungsorientierung sowie eine schnellere Entscheidungsfindung im Bereich Planung, Genehmigung und Bau. Der IHK-Ausschussvorsitzende Klaus Bauer hebt die Stärken des Standorts hervor, der in einer IHK-Standortumfrage im Frühling 2025 mit der Note 2,1 abschloss. Erfreulicherweise würden 87% der Unternehmer sich erneut für eine Ansiedlung in der Region entscheiden.
Dennoch wird der Verwaltungsaufwand durch neue Gesetze von vielen Unternehmen als belastend empfunden. Ein Beispiel dafür sind die 20 verschiedenen Regelungen zur Plakatierung im Landkreis. Die Unternehmer fordern eine Prozess-Optimierung und einheitliche digitale Standards in der Verwaltung. Zudem ist der Wunsch nach einer zentralen Stelle für Gewerbeflächen und Unterstützung für Firmengründer laut geworden. Eine Priorisierung und Verlässlichkeit bei Baugenehmigungen, etwa in Form eines RAL-Gütesiegels, könnte die Situation erheblich verbessern. Auch die Kritik an der zögerlichen Entscheidungsfindung jüngerer Verwaltungsangestellter wird immer lauter.
Bürokratie als Wachstumsbremse
Diese Probleme sind nicht nur in Weilheim-Schongau zu finden. Der IHK-Regionalausschuss Grafschaft Bentheim hat ähnliche Herausforderungen festgestellt. Während einer Sitzung, die bei den Grafschafter Nachrichten in Nordhorn stattfand, wurde deutlich, dass die Bürokratiebelastung als eine der größten Wachstumsbremsen für Unternehmen in der Wirtschaftsregion Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim wahrgenommen wird. Eine IHK-Unternehmensumfrage ergab, dass rund 90% der Betriebe von steigenden bürokratischen Anforderungen in den letzten fünf Jahren berichten, und 57% der befragten Unternehmer möchten unter den aktuellen Bedingungen kein Unternehmen mehr gründen. Thomas Kolde, Vorsitzender des Regionalausschusses, bezeichnete die Situation als alarmierend für den Wirtschaftsstandort Deutschland.
Die größte Belastung kommt aus dem Datenschutz, den statistischen Meldepflichten und den Berichtspflichten im Bereich Nachhaltigkeit. Die Unternehmen fordern, dass die Verfahrensdauern verkürzt und die Antragsunterlagen vereinfacht werden. Der IHK-Regionalausschuss sieht hier auch auf Bundesebene Handlungsbedarf, da die Bundesregierung zwar eine Modernisierungsagenda zur Entlastung angekündigt hat, der Fortschritt jedoch ausbleibt.
Maßnahmen zur Bürokratieentlastung
Auf Bundesebene wurde am 6. August 2025 der Staatssekretärsausschuss „Staatsmodernisierung und Bürokratierückbau“ eingerichtet, um die Bürokratie zu reduzieren. Die Federführung liegt beim Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS), und der Ausschuss wird von Philipp Amthor geleitet. Ein neues Portal namens „EinfachMachen“ wird ebenfalls eingerichtet, um bürokratische Hürden zu identifizieren und Verbesserungsvorschläge zu sammeln. Die ersten Schritte des Portals sollen ab 2026 schrittweise ausgebaut werden.
Zusätzlich berät der Nationale Normenkontrollrat (NKR) die Bundesregierung zu Bürokratieabbau und besserer Rechtsetzung. Ziel ist es, bürokratiearme Gesetze zu schaffen und Bürokratie messbar zu machen. Seit 2023 prüft der NKR, ob Ministerien den Digitalcheck bei neuen Regelungen durchgeführt haben.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Region Weilheim-Schongau, wie viele andere Gebiete in Deutschland, mit einer Vielzahl an bürokratischen Hürden konfrontiert ist. Die Forderungen nach einer effizienteren und serviceorientierten Verwaltung sind nicht nur berechtigt, sondern dringend notwendig. Nur so kann der Wirtschaftsstandort nachhaltig gesichert und ausgebaut werden. Weitere Informationen zu den Herausforderungen und Forderungen der Unternehmen in der Region sind in dem Positionspapier des IHK-Regionalausschusses nachzulesen, das unter diesem Link verfügbar ist.
Zusätzlich finden Sie weitere Einblicke in die Bürokratieproblematik in Deutschland in den Berichten des IHK-Regionalausschusses Grafschaft Bentheim, welche unter diesem Link abgerufen werden können. Für eine umfassende Perspektive auf die Maßnahmen zur Bürokratieentlastung auf Bundesebene, besuchen Sie bitte dieses Portal.