Im Landkreis Weilheim-Schongau sind Telefonbetrüger aktiv, die in den letzten Tagen zahlreiche Bürgerinnen und Bürger mit betrügerischen Anrufen in Angst und Schrecken versetzen. Laut dem Polizeipräsidium Oberbayern-Süd beläuft sich der durch diese Machenschaften verursachte Schaden auf über 200.000 Euro. Die Polizei berichtet von mehreren Fällen, in denen Geschädigte Bargeld und Wertgegenstände im Gesamtwert von über 200.000 Euro an die Betrüger übergeben haben. Die betroffenen Personen stammen hauptsächlich aus den Landkreisen Mühldorf am Inn, Traunstein und einer kleinen Gemeinde im westlichen Landkreis Weilheim-Schongau. Besonders tragisch ist der Fall eines 61-jährigen Mannes, der einem Betrüger auf den Leim ging, der sich als Bundespolizist ausgab. Der Täter behauptete, es habe Einbrüche in der Nachbarschaft gegeben, und forderte den Mann zur Übergabe von Bargeld und Wertgegenständen auf. Der Geschädigte übergab daraufhin Silber- und Goldmünzen im Wert eines hohen fünfstelligen Betrags. Die Polizei warnt eindringlich vor dieser Betrugsmasche und erwartet, dass die Betrüger weiterhin versuchen werden, weitere Opfer zu finden. Weitere Informationen finden Sie hier.

Die Maschen der Betrüger

Die aktuellen Vorfälle im Landkreis sind Teil eines größeren Problems, das nicht nur die Region betrifft. Im dritten Quartal 2025 registrierte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd zahlreiche betrügerische Anrufe, bei denen viele Personen Geld oder Wertgegenstände an die Täter übergaben. In einigen Fällen gelang es der Polizei, Betrugstaten zu verhindern und Tatverdächtige festzunehmen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, die oft Opfer von sogenannten „Callcenterbetrügern“ werden. Diese täuschen vor, dass nahe Angehörige einen Unfall verursacht hätten und dringend Geld oder Wertgegenstände als „Kaution“ benötigen. Auch Betrüger, die sich als Professoren oder Ärzte ausgeben und teure Medikamente für Angehörige fordern, sind keine Seltenheit.

Ein besonders erschreckender Vorfall ereignete sich am 1. September 2025, als eine 94-jährige Frau aus Münsing von Betrügern angewiesen wurde, ihre EC-Karte samt PIN im Garten zu deponieren. Der Abholer wurde von der Polizei festgenommen, bevor er die Karte abholen konnte. Solche Fälle verdeutlichen, wie skrupellos die Betrüger vorgehen. Insgesamt wurden im dritten Quartal 2025 15 erfolgreiche Betrugsfälle registriert, bei denen über 400.000 Euro an Bargeld und Wertgegenständen übergeben wurden. Die Polizei appelliert an die Bürger, niemals Bargeld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen zu übergeben und im Zweifel den Polizeinotruf „110“ zu kontaktieren. Weitere Informationen finden Sie hier.

Ein Blick auf die Betrugsstatistik

Die Betrugskriminalität in Deutschland hat sich in den letzten Jahren verändert. Während im Jahr 2024 die Zahl der Betrugsfälle um 1,5 Prozent auf 743.472 zurückging, gab es gleichzeitig einen signifikanten Anstieg von Betrugsfällen, die aus dem Ausland begangen wurden. Besonders auffällig ist, dass Callcenter-Betrug als zentrales Phänomen gilt, oft organisiert aus der Türkei oder Osteuropa. Die Täter bedienen sich dabei verschiedener Methoden, darunter der „Enkeltrick“ und der „Schockanruf“. Diese Entwicklungen machen deutlich, wie wichtig die internationale Zusammenarbeit und die Präventionsmaßnahmen der Polizei sind.

Die Polizei rät, misstrauisch zu sein, wenn schnelle Geldübergaben gefordert werden, und keine Wertsachen an Unbekannte weiterzugeben. Bürger sollten stets ihre eigenen Telefonnummern nutzen, um Angehörige zu kontaktieren. Dies könnte dazu beitragen, dass weniger Menschen Opfer solcher Betrugsmaschen werden. Weitere Details zu den Entwicklungen in der Betrugskriminalität finden Sie hier.