Wirtschaft im Allgäu: Alarmierende IHK-Umfrage zeigt düstere Lage!
Die IHK-Konjunkturumfrage für Memmingen und Unterallgäu zeigt stagnierende Wirtschaftslage und steigenden Druck auf den Arbeitsmarkt.

Wirtschaft im Allgäu: Alarmierende IHK-Umfrage zeigt düstere Lage!
Die jüngsten Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage für Memmingen und das Unterallgäu bringen besorgniserregende Nachrichten für die regionale Wirtschaft. Wie der Merkur berichtet, verharrt der IHK-Konjunkturindex bei 99 Punkten, was deutlich unter dem zehnjährigen Durchschnitt liegt. Diese Stagnation wird von den Unternehmen als ernstzunehmendes Zeichen gewertet, das auf drängende Probleme in der Region hinweist.
Laut der Umfrage, die bis zum 26. September 2025 durchgeführt wurde, geben nur 21% der befragten Unternehmen an, eine gute Geschäftslage zu haben. Ein pessimistisches Bild ergibt sich daraus, dass 14% mit einer Verbesserung rechnen, während ebenfalls 14% eine Verschlechterung erwarten. Unternehmen sehen sich zunehmend mit regulatorischen Belastungen, schwacher Nachfrage und hohen Kosten für Arbeit und Energie konfrontiert. Andrea Thoma-Böck, Vorsitzende der IHK-Regionalversammlung Memmingen/Unterallgäu, betont die Notwendigkeit von strukturellen Reformen zur Entlastung der Wirtschaft.
Arbeitsmarkt unter Druck
Auch der Arbeitsmarkt in der Region zeigt erhebliche Schwierigkeiten. Die Arbeitslosenquote liegt bei 3,8% in Memmingen und 2,5% im Unterallgäu, wobei Anzeichen einer Abschwächung sichtbar sind. Der Druck auf den Arbeitsmarkt wird durch einen Anstieg von Personalabbauplänen bei den Unternehmen verstärkt, während gleichzeitig weniger neue Stellen geschaffen werden. Das erklärt auch, warum der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im produzierenden Gewerbe bei 49% liegt, wobei die Industrie dennoch Schwächen zeigt und der Branchenindex unter der Wachstumsschwelle bleibt.
Hermann Oßwald, ein Mitglied des IHK-Vorstands, beschreibt die aktuelle Situation als zunehmende Ermüdung in der Wirtschaft. Immer mehr Unternehmen planen Personal abzubauen, und neue Jobs entstehen vor allem im öffentlichen Sektor, während die Privatwirtschaft zurückhaltend bleibt. Das zeigt deutlich, dass es für die Region einen klaren Handlungsbedarf gibt, um dem stagnierenden Arbeitsmarkt entgegenzuwirken.
Herausforderungen und Risiken
Die Umfrage verdeutlicht, dass die größten Risiken für die Unternehmen vor allem in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (63%), der schwachen Inlandsnachfrage (62%) und den hohen Arbeitskosten (55%) zu finden sind. Heftige Energiepreise und der anhaltende Fachkräftemangel stellen neben diesen Faktoren weitere maßgebliche Hemmnisse dar. Unternehmen rufen daher nach einer gezielten politischen Unterstützung, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Die IHK-Regionalversammlung fordert von der Politik, dass schnellere Genehmigungen und ein leistungsbelohnendes Steuersystem eingeführt werden, um den Unternehmen Spielraum und Planungssicherheit zu bieten. Diese Forderungen werden umso dringlicher, da die regionalen Unternehmen zeigen, dass ihr Handlungsspielraum zunehmend durch strukturelle Probleme und unzureichende Maßnahmen eingeschränkt wird. Wenn da nicht bald etwas passiert, steht die Entwicklung der Region auf der Kippe.
Die Lage in Memmingen und im Unterallgäu verdeutlicht, dass handfeste Maßnahmen erforderlich sind. Die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt und in der Wirtschaft sind real und verlangen nach sofortigem Handeln. Der gesamte Wirtschaftsstandort braucht ein gutes Händchen bei der Umsetzung von Reformen und Entlastungen – nur so kann die Region auf Dauer bestehen.