In Lauben im Unterallgäu hat sich eine tragische Wendung in einem Vermisstenfall ergeben. Die Polizei entdeckte die Leiche einer 36-jährigen Frau, die seit dem 5. August 2025 als vermisst galt. Letzte Lebenszeichen von ihr erhielt die Familie über ein Handy nach einem Streit mit ihrem Lebensgefährten am besagten Abend. Der Fall hat die Region erschüttert und führte zu intensiven Ermittlungen, in denen rund 50 Beamte und Drohnenstaffeln mobilisiert wurden, um das Gebiet um Lauben abzusuchen. Die umfassenden Maßnahmen tragen zum Bild von einer entschlossenen Polizei bei, die den Fall mit Hochdruck aufklärt. © kreisbote.de
Nach ihrem Verschwinden wurde das Auto der Frau in der Nähe eines Freizeitgrundstücks zwischen Lauben und Erkheim gefunden. Wenige Tage später entdeckte die Polizei ihre Geldbörse in Landsberg am Lech, was zusätzliche Rätsel aufwarf. Ermittler durchsuchten am 28. August 2025 mehrere Anwesen, darunter auch das gemeinsame Zuhause des Paares. Dabei fand man schließlich den Leichnam der Vermissten, der durch eine Obduktion identifiziert wurde.
Lebensgefährte als Hauptverdächtiger
Als Hauptverdächtiger gilt der 38-jährige Lebensgefährte der Verstorbenen, der nach der Entdeckung des Leichnams vorläufig festgenommen wurde. Die Ermittlungen ergaben einen dringenden Tatverdacht gegen ihn, der während seiner Anhörung ein Geständnis ablegte. Der Vorwurf, der ihm gemacht wird, ist der Totschlag, der im deutschen Recht als vorsätzliche Tötung ohne Mordmerkmale definiert ist. Nun wurde ein Haftbefehl erlassen und in Vollzug gesetzt, der Verdächtige befindet sich mittlerweile in einer Justizvollzugsanstalt. Aus der Anklage der Staatsanwaltschaft Memmingen geht hervor, dass der Lebensgefährte bereits vor dem Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Memmingen vorgeführt wurde. © polizei.bayern.de
Die Ermittlungsgruppe „Koppel“ der Kriminalpolizeiinspektion Memmingen arbeitet weiterhin daran, den Tathergang detailliert zu rekonstruieren. Das Landgericht Memmingen wird in Kürze entscheiden, ob das Hauptverfahren eröffnet wird. In der Öffentlichkeit gilt grundsätzlich die Unschuldsvermutung, die auch für diesen Fall gilt.
Totschlag ist ein ernster Vorwurf im deutschen Strafrecht und kann, abhängig von den genauen Umständen, zu einer Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren führen. In besonders schweren Fällen droht sogar eine lebenslange Freiheitsstrafe. Diese rechtlichen Rahmenbedingungen veranschaulichen die Dramatik, die hinter dieser Tat steht. Laut Statistik gab es in Deutschland im Jahr 2019 insgesamt 1.595 Fälle von Totschlag. Diese Zahlen zeigen, dass das Thema Todesdelikte in Partnerschaften alles andere als selten ist. In den letzten Jahren ist jedoch ein Rückgang der Verurteilungen zu beobachten. © wikipedia.de
Die Gemeinde Lauben steht unter Schock, während die Ermittler alles daran setzen, Licht ins Dunkel dieses tragischen Falls zu bringen. Es bleibt zu hoffen, dass in den kommenden Wochen sowohl die Wahrheit ans Licht kommt als auch Gerechtigkeit für die betroffenen Angehörigen erreicht wird.