Im Landkreis Unterallgäu steht die Entscheidung über den Haushalt kurz bevor. Der Kreisausschuss hat den Etat des Landkreises befürwortet und empfiehlt dem Kreistag, diesen zu beschließen. Die endgültige Entscheidung fällt am 23. März. Mit einem Gesamtvolumen von 265 Millionen Euro zeigt der Haushalt sowohl eine solide Basis als auch Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt.
Der Verwaltungshaushalt beläuft sich auf 228,8 Millionen Euro, die für laufende Ausgaben eingeplant sind. Der Vermögenshaushalt umfasst 35,9 Millionen Euro, von denen 21,7 Millionen Euro in Schulen und Kliniken investiert werden sollen. Eine wichtige Maßnahme ist die Anhebung der Kreisumlage um 2,1 Prozentpunkte auf insgesamt 50 Prozentpunkte, was zu erwarteten Einnahmen von 122,5 Millionen Euro führen wird. Dabei müssen 65,9 Millionen Euro als Umlage an den Bezirk Schwaben abgeführt werden. Landrat Alex Eder äußert sein Verständnis für die finanziellen Belastungen der Gemeinden, während die Personalplanung eine Null-Runde vorsieht. Auch der geplante Bündelungsbau am Landratsamt wurde aus der Finanzplanung gestrichen. (Quelle)
Herausforderungen und Investitionen
Die finanzielle Situation des Landkreises wird von Landrat Eder als angespannt, aber stabil beschrieben. „Es geht uns nicht mehr ganz so gut, aber wir starten von einem guten Ausgangsniveau in die schwierigere Zeit“, so Eder. Der Kreistag hat den Haushalt einstimmig beschlossen, wobei die größte Herausforderung in der Steigerung der Bezirksumlage um 10,5 Millionen Euro lag. Um das Investitionsvolumen auf hohem Niveau zu halten, plant der Landkreis erstmals seit Jahren eine Neuverschuldung. Insgesamt beträgt das Haushaltsvolumen fast 243 Millionen Euro, davon 22,7 Millionen Euro für Investitionen wie das neue Schülerheim in Bad Wörishofen und den Klinikneubau in Mindelheim. (Quelle)
Die Umlagekraft des Landkreises, die 2025 auf 232,8 Millionen Euro steigen soll, ist die drittbeste in Schwaben. Besonders erfreulich ist, dass der Landkreis zu Jahresbeginn die niedrigste Arbeitslosenquote in Deutschland verzeichnen konnte. Die gemeindlichen Steuereinnahmen für 2024 sind die höchsten, die es bisher gab, was die finanziellen Möglichkeiten weiter verbessert. Landrat Eder dankt der starken Wirtschaft und den Gemeinden für die gute Zusammenarbeit und betont die Notwendigkeit, weiterhin sparsam zu wirtschaften und Optimierungen im Personalbereich vorzunehmen.
Strategische Haushaltsplanung
Die Entscheidungen im Landkreis Unterallgäu sind eng mit einem strategischen Finanzmanagement verknüpft. Die operative Haushaltsplanung muss den strategischen Zielen der Kommune folgen. Dies beginnt mit der Festlegung der strategischen Ziele und der datengestützten Einschätzung der Ist-Situation sowie zukünftiger Entwicklungen, die für die Haushaltsplanung von Bedeutung sind. Die Fachbereiche melden ihren Mittelbedarf basierend auf diesen strategischen Vorgaben, während das Finanzmanagement das Verfahren koordiniert und den Haushaltsplanentwurf erstellt.
Der Kreistag wird schließlich den Haushaltsplan beschließen, was die operative Haushaltsplanung abschließt. Ein kontinuierliches Berichtswesen unterstützt die strategische und operative Steuerung und ermöglicht frühzeitige Gegensteuerungsmaßnahmen. Am Ende steht der Rechenschaftsbericht mit einer Analyse der Jahresabschlüsse sowie Einschätzungen zu Chancen und Risiken. (Quelle)



