Heute ist der 19.02.2026 und die Situation im öffentlichen Nahverkehr in Bayern ist angespannt. In der kommenden Zeit stehen die Städte Passau und Landshut im Fokus, da dort ein Streik angekündigt wurde, der zu erheblichen Einschränkungen führen kann. Die Stadtwerke in beiden Städten bitten die Fahrgäste eindringlich, sich vor der Fahrt zu informieren. Zudem kam es in Augsburg bereits am Morgen zu einem weitgehenden Erliegen des Nahverkehrs aufgrund eines Warnstreiks. Von rund 140 Bussen und Straßenbahnen in Augsburg fuhren lediglich zwei Straßenbahnen und fünf Busse, wobei diese wenigen Fahrten teilweise von privaten Busunternehmen durchgeführt wurden, die nicht bestreikt werden.
Auch in Regensburg drohen Einschränkungen im ÖPNV. Ein Aufruf der Gewerkschaft Verdi könnte zu erheblichen Ausfällen führen. Verdi fordert für etwa 9.000 Beschäftigte in Bayern eine Gehaltserhöhung von rund 670 Euro pro Monat sowie eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Der Kommunale Arbeitgeberverband hat diese Forderungen jedoch als nicht erfüllbar kritisiert und warnt vor höheren Fahrpreisen und einem reduzierten Verkehrsangebot. Es ist zu erwarten, dass in Regensburg nicht nur heute, sondern auch am Freitag gestreikt wird, was nahezu sämtliche Fahrten von „das Stadtwerk.Mobilität“ ausfallen lässt, einschließlich Schulbusse sowie Campus- und Expressbuslinien.
Der Hintergrund des Streiks
Die Gründe für den Streik sind vielschichtig. Laut Verdi streiken die Mitglieder nicht nur für mehr Geld, sondern auch für Respekt und Anerkennung ihrer Arbeit. Der Arbeitsdruck in ver.di-organisierten Branchen ist dauerhaft hoch, und die Reallöhne sanken 2022 um 4,1 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Inflation hat im Jahr 2022 bei 7,9 % gelegen und stieg im Januar 2023 sogar auf 8,7 %. Trotz einer durchschnittlichen Lohnerhöhung von 5,6 % im Jahr 2023 sanken die Löhne real um 1,7 % im Vergleich zum Vorjahr. Diese wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben die Notwendigkeit eines Streiks verstärkt, um der sozialen Spaltung, die durch die Inflation besonders Familien mit niedrigen Einkommen betrifft, entgegenzuwirken.
Die Arbeitgeber haben vielfach die Verantwortung für die angespannten wirtschaftlichen Verhältnisse nicht wahrgenommen und rechnen die Inflation klein. Es ist zu beobachten, dass der Staat von den Preissteigerungen durch hohe Steuereinnahmen profitiert, während Unternehmen wie die Deutsche Post AG Rekordgewinne verzeichnen. In Anbetracht des Mangels an Personal in vielen Branchen und des damit einhergehenden steigenden Arbeitsdrucks zielt der Streik auch auf die Zukunft der Arbeit in den ver.di-Branchen ab.
Fazit und Ausblick
Die aktuellen Entwicklungen im öffentlichen Nahverkehr und die Streikmaßnahmen werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, vor denen die Beschäftigten in Bayern stehen. Die Forderungen nach höheren Löhnen und verbesserten Arbeitsbedingungen sind nicht nur eine Reaktion auf die Inflation, sondern auch ein notwendiger Schritt, um die Binnennachfrage zu stärken und die Wirtschaft vor einem möglichen Abschwung zu schützen. Während die Diskussionen um die Löhne und Arbeitsbedingungen weitergehen, bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Tagen entwickeln wird. Weitere Informationen zu den Streiks und deren Auswirkungen finden Sie in der detaillierten Berichterstattung auf BR.de.