Die Innenstadt von Straubing ist nicht nur ein wichtiger Treffpunkt für die Bürger, sondern spielt auch eine zentrale Rolle für Gastronomie und das Lebensgefühl der Stadt. In den letzten Jahren hat sich jedoch gezeigt, dass die Innenstadt vor diversen Herausforderungen steht. Hitzeperioden im Sommer, versiegelte Flächen und fehlender Schatten sind nur einige der Probleme, die das Aufenthaltsgefühl beeinträchtigen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, plant die Stadt Straubing eine umfassende Neugestaltung des Ludwigsplatzes und Theresienplatzes. Ziel ist es, den historischen Charakter der Plätze zu bewahren und sie gleichzeitig zukunftsfähig, klimaangepasst und lebenswerter zu gestalten. Weitere Informationen zu diesem Vorhaben finden sich in einem Artikel der Passauer Neue Presse.
Die geplanten Maßnahmen sind vielschichtig und beinhalten die Erneuerung von Wasser- und Stromleitungen, die Pflanzung von zwölf neuen Feldahorn-Bäumen sowie die Nutzung von Regenwasser aus angrenzenden Dachflächen. Eine unterirdische Zisterne soll dabei den Umgang mit Regenwasser optimieren. Die Umgestaltungsarbeiten beginnen im März und sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein, wobei der Zeitplan aufgrund der Komplexität der Maßnahmen variieren kann. Während der Bauzeit wird es auch Auswirkungen auf den öffentlichen Nahverkehr geben, da Haltestellen am Ludwigsplatz nicht angefahren werden können.
Der Masterplan für die Innenstadt
Zusätzlich zur Neugestaltung der Plätze verfolgt die Stadt mit dem Masterplan Innenstadt das Ziel, den Wandel aktiv zu gestalten. Der Masterplan beschäftigt sich mit den Herausforderungen des veränderten Konsumverhaltens, dem Onlinehandel und den damit verbundenen Leerständen. Der Plan sieht die Entwicklung tragfähiger Lösungen in Zusammenarbeit mit Bürgern, Eigentümern, Gewerbetreibenden und der Stadtverwaltung vor. Eine kürzlich durchgeführte Online-Umfrage zur Entwicklung der Innenstadt hat bereits wertvolle Rückmeldungen geliefert, die in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden sollen.
Fünf zentrale Themenfelder stehen im Fokus des Masterplans: Die Aufenthaltsqualität soll durch die Förderung von Gastronomie, Kultur und temporären Events gesteigert werden. Zudem wird die digitale und überregionale Vermarktung der Innenstadt ausgebaut, um diese als Marke zu etablieren. Auch die touristischen Angebote sollen weiterentwickelt werden, um die Innenstadt für Tages- und Übernachtungsgäste attraktiver zu machen. Die Verbesserung der Erreichbarkeit und Mobilität sowie die Entwicklung klarer Nutzungsschwerpunkte sind ebenfalls Bestandteil des Plans. Hierbei wird auf eine klare Profilierung der Innenstadt als Einkaufszone, Kulturquartier und Gastronomiemeile gesetzt.
Die Herausforderungen der Innenstädte
Die Herausforderungen, vor denen die Innenstädte stehen, sind nicht neu. Viele Städte leiden unter Leerständen und dem Rückgang der Besucherzahlen, ein Problem, das durch die Pandemie verstärkt wurde. Förderprogramme von Bund und Ländern zielen darauf ab, diesen Entwicklungen entgegenzuwirken und innovative Konzepte zu fördern. Einigkeit besteht darüber, dass Innenstädte vielfältiger und multifunktionaler gestaltet werden müssen. Zu den geplanten neuen Nutzungen gehören Wohnangebote, Kunst- und Kulturangebote sowie Co-Working-Spaces und urbane Manufakturen.
Die Transformationsprozesse werden jedoch oft durch mangelnde Ressourcen und Veränderungsmüdigkeit gebremst. Es ist daher entscheidend, die Bürger in den Diskurs über die Zukunft der Innenstädte einzubeziehen und gemeinsam Strategien zu entwickeln. Ein Forschungsprojekt des Difu und Fraunhofer ISI setzt auf Methoden der strategischen Vorausschau, um zukünftige Herausforderungen und Chancen besser zu antizipieren. Ziel ist es, Annahmen über die Zukunft zu hinterfragen und die Komplexität der Veränderungen zu akzeptieren. Der Dialog mit den Stakeholdern und Bürgerinnen und Bürgern wird dabei eine zentrale Rolle spielen.



