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In Straubing wird ein bedeutender Schritt in Richtung digitale Zukunft unternommen. Die Stadt Straubing, die Stadtwerke Straubing und R-KOM haben kürzlich einen Kooperationsvertrag zum Ausbau des Glasfasernetzes unterzeichnet. Ziel dieser Zusammenarbeit ist die langfristige Sicherung der digitalen Infrastruktur und die Vorbereitung auf technologische Entwicklungen. Oberbürgermeister Markus Pannermayr hebt hervor, wie wichtig leistungsfähige Internetverbindungen für Bürger, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen sind. Der gestiegene Datenbedarf, bedingt durch Homeoffice, Streaming-Dienste, Cloud-Anwendungen und digitale Verwaltungsangebote, fordert eine zukunftssichere Lösung.

Glasfaser bietet nicht nur hohe Bandbreiten, sondern auch Stabilität, Langlebigkeit und Energieeffizienz. Bereits seit 2005 arbeiten Stadtwerke und R-KOM am Glasfasernetz in Straubing. Bislang wurden etwa ein Drittel der Wohn- und Gewerbeeinheiten erschlossen, und der Fokus liegt nun auf dem Ausbau im Wohnungsbereich, um Glasfaser bis in die Wohnung (FTTH) zu bringen. Das ambitionierte Ziel ist es, alle rund 13.000 Gebäude mit insgesamt 34.000 Nutzungseinheiten mit FTTH zu versorgen.

Kooperationsvertrag und Open-Access-Prinzip

Der neue Kooperationsvertrag, der eine Laufzeit von 30 Jahren hat, ist ein Zeichen von Vertrauen und Verantwortung für die digitale Zukunft der Stadt. Das Glasfasernetz soll dauerhaft in kommunaler Hand bleiben, wobei die Zusammenarbeit den Ausbau, Betrieb und die Vermarktung umfasst. Dabei wird auf vorhandene Infrastrukturen zurückgegriffen und gemeinsame Bauplanungen umgesetzt. Ein wichtiges Element dieser Initiative ist das Open-Access-Prinzip, das den Bürgern und Unternehmen die Wahlfreiheit lässt, verschiedene Anbieter zu nutzen und somit Wettbewerb zu fördern.

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Das Open-Access-Modell ermöglicht einen diskriminierungsfreien Zugang zum Netz für mehrere Anbieter. Auf diese Weise profitieren Endkunden von mehr Auswahl und besseren Preisen, während Netzbetreiber von einer höheren Auslastung und neuen Märkten profitieren können. Diese Strategie wird als ein entscheidender Schritt zur Schließung der digitalen Lücke in Deutschland betrachtet.

Herausforderungen und Chancen in Deutschland

Doch trotz der Fortschritte steht Deutschland vor erheblichen Herausforderungen im Bereich Glasfaser. Derzeit sind 52,8 Prozent der Haushalte erschlossen, allerdings sind weniger als die Hälfte tatsächlich angeschlossen. Gründe für diese geringe Anschlussrate sind unter anderem die Zufriedenheit mit dem Status quo, fehlende Vorteile und hohe Wechselkosten. Rund 50 Prozent der Befragten geben an, nicht ausreichend über die Vorteile informiert zu sein. Die Take-Up-Rate in Deutschland liegt lediglich bei 26 Prozent, während der Glasfaseranteil aller Breitbandanschlüsse nur 12,2 Prozent beträgt, was Deutschland im OECD-Ranking auf Platz 40 zurückwirft.

Im internationalen Vergleich schneiden Länder wie Schweden und Südkorea deutlich besser ab, da sie höhere Glasfaseranteile aufweisen. Um die digitale Infrastruktur in Deutschland zu verbessern, sind klare Regeln, interoperable Plattformen und eine Zusammenarbeit aller Marktakteure notwendig. Internationale Beispiele, wie die kommunalen Netze in Schweden oder standardisierte Plattformen in Dänemark, zeigen, dass Open Access funktionieren kann und die Digitalisierung vorantreibt.

Die Entwicklungen in Straubing, unterstützt durch den Kooperationsvertrag und das Open-Access-Prinzip, könnten ein wichtiges Modell für andere Städte und Regionen in Deutschland sein. Der Glasfaserausbau wird nicht nur die Lebensqualität der Bürger erhöhen, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in der Region stärken.

Weitere Informationen zu den Vorteilen des Open-Access-Modells finden Sie auf der Webseite der Verbraucherzentrale.

Für mehr Details zur aktuellen Marktsituation in Deutschland und dem Glasfaserausbau werfen Sie einen Blick auf die Marktstudie von BearingPoint.