In Straubing wird Großes für die digitale Zukunft der Region in Angriff genommen. Kürzlich unterzeichneten die Stadt Straubing, die Stadtwerke Straubing sowie R-KOM einen wichtigen Kooperationsvertrag, der den Glasfaserausbau vorantreiben soll. Ziel dieser Initiative ist die langfristige Sicherung der digitalen Infrastruktur, um mit den technologischen Entwicklungen Schritt zu halten. Oberbürgermeister Markus Pannermayr hebt hervor, wie entscheidend leistungsfähige Internetverbindungen für die Bürger:innen, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen sind.
Der explosionsartige Anstieg des Datenbedarfs – bedingt durch Homeoffice, Streaming-Dienste und digitale Verwaltungsangebote – macht den flächendeckenden Ausbau eines Glasfasernetzes mehr als notwendig. Glasfasertechnologie bietet nicht nur hohe Bandbreiten und Stabilität, sondern ist auch auf Langlebigkeit und Energieeffizienz ausgerichtet. Aktuell sind in Straubing etwa ein Drittel der Wohn- und Gewerbeeinheiten ans Netz angeschlossen, und das Ziel der Kooperation ist der Anschluss aller rund 13.000 Gebäude mit insgesamt 34.000 Nutzungseinheiten direkt bis in die Wohnung (FTTH).
Ein offenes Netz für alle
Die Kooperation wird durch ein Open-Access-Prinzip ergänzt. Dieses Modell ermöglicht verschiedenen Anbietern die Nutzung des Netzes und verschafft den Bürger:innen und Unternehmen mehr Wahlfreiheit. Aber was bringt das den Endverbrauchern konkret? Informationen zur Funktionsweise und den Vorteilen von Open-Access-Netzen finden Interessierte bei der Verbraucherzentrale.
Die Zahl der angeschlossenen Haushalte in Deutschland weist ein großes Potenzial auf. Laut einer Marktstudie ist Deutschland in Sachen Glasfaser noch weit hinterher, denn nur 52,8 Prozent der Haushalte sind erschlossen, und noch weniger sind aktiv angeschlossen. Als Grund für die geringe Anschlussrate wurden Zufriedenheit mit dem Status quo, hohe Wechselkosten und fehlende Informationen über Vorteile identifiziert. Nur rund 26 Prozent der Haushalte nutzen Glasfaseranschlüsse. Um diese digitale Kluft zu schließen, wird das Open-Access-Modell als Lösungsansatz gesehen.
Der Blick über die Grenzen
Vergleicht man die Glasfaserdichte in Deutschland mit anderen Ländern, so zeigt sich, dass Schweden und Südkorea deutlich weiter sind. International wird häufig das Open-Access-Modell als der Schlüssel zur Verbesserung der Infrastruktur angesehen. In Schweden etwa fördern kommunale Netze und die Trennung zwischen Infrastruktur und Dienstleistungen die Wettbewerbsfähigkeit. Dänemark hingegen macht es über standardisierte Plattformen wie OpenNet vor, die die Anschlussrate enorm erhöhen können.
Für die Umsetzung und den Ausbau in Straubing ist die Zusammenarbeit und der vertrauensvolle Austausch zwischen den Stadtwerken und R-KOM von zentraler Bedeutung. Die langfristige Vertragslaufzeit von 30 Jahren unterstreicht das Engagement für eine nachhaltige digitale Zukunft. Die Maßnahmen umfassen unter anderem den Anschluss der Gebäude sowie den Aufbau von Glasfaser-Inhausnetzen.
Abschließend lässt sich sagen, dass der Glasfaserausbau in Straubing nicht nur die Lebensqualität der Bürger:innen steigert, sondern auch die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der Region stärkt. Das Potenzial dieser Initiative könnte, wenn sie erfolgreich umgesetzt wird, eine Vorreiterrolle im gesamten Landkreis einnehmen und auch andere Regionen inspirieren.



