In Straubing wurde am Dienstagabend ein 36-jähriger Mann von der Polizei gestoppt, während er betrunken mit einer Bierflasche in der Hand auf seinem Fahrrad unterwegs war. Gegen 22.30 Uhr fiel den Beamten in der Landshuter Straße der auffällige Radfahrer auf. Bei der Kontrolle stellte sich schnell heraus, dass der Mann einen deutlichen Alkoholgeruch verbreitete. Ein freiwilliger Atemalkoholtest ergab einen Wert, der sich im Bereich einer Straftat bewegte.
Die Polizei leitete daraufhin weitere Maßnahmen ein. Der Radfahrer musste zur Blutentnahme ins nahegelegene Krankenhaus, während sein Fahrrad vor Ort abgestellt und abgesperrt wurde. Der Schlüssel dazu wurde sichergestellt. Die Polizeiinspektion Straubing ermittelt nun wegen Trunkenheit im Verkehr gegen den Mann, was in solchen Fällen nicht selten vorkommt.
Alkohol und Radfahren – Gefährliche Kombination
Generell gilt in Deutschland eine Promillegrenze von 1,6 für Radfahrer. Wer darüber hinaus trinkt, begeht eine Straftat, was nicht nur ein Bußgeld und Punkte in Flensburg, sondern eventuell auch eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) nach sich ziehen kann. Wer bereits bei 1,1 Promille auffällt oder sich auffällig verhält, muss ebenfalls mit Konsequenzen rechnen. Diese Regelungen sind in der Gesellschaft umstritten, da die Zahl der Unfälle mit betrunkenen Radfahrern seit zwei Jahrzehnten zunimmt.
Eine Studie des Statistischen Bundesamts zeigt, dass im vergangenen Jahr fast jeder zweite Unfall, bei dem Alkohol im Spiel war, einen Radfahrer betraf. Die Deutsche Verkehrswacht verlangt daher schärfere Regeln und höhere Strafen. Vor allem die Präsidentin der Verkehrswacht, Kirsten Lühmann, fordert schon jetzt einen Warnschuss für Alkohol am Steuer – und zwar auch für Radfahrer.
Forderungen nach strengeren Kontrollen
Die Debatte über eine Senkung der Promillegrenze gewinnt an Fahrt, da in anderen Ländern bereits unter 0,5 Promille Bußgelder drohen. Viele Umfragen zeigen, dass ein Großteil der Bevölkerung strengere Alkoholvorgaben im Straßenverkehr befürwortet. Der TÜV-Verband spricht sich ebenfalls für eine Angleichung der Regeln für Fahrräder und Pkw aus. „Wir brauchen gleiche Kontrollen und Strenge“, sagt Fani Zaneta vom TÜV-Verband.
Die Beliebtheit des Radfahrens ist enorm, doch ein fahrlässiger Umgang mit Alkohol gefährdet nicht nur die eigene Sicherheit, sondern auch die anderen Verkehrsteilnehmer. Der Rückgang der Verletzungen unter betrunkenen Radfahrern seit 2005 zeigt, dass Aufklärungsmaßnahmen Wirkung zeigen, dennoch bleibt viel zu tun, um die Straßen sicherer zu machen. Der Vorfall in Straubing bietet daher noch einmal Anlass für eine breitere Diskussion über Sicherheitsmaßnahmen und verantwortungsbewusstes Verhalten im Straßenverkehr.
Für weitere Informationen rund um das Thema Alkohol am Steuer, können Interessierte dem Bericht auf Regio Aktuell folgen oder sich auf den Seiten von Bußgeldkatalog und MDR informieren.



