Der Landkreis Starnberg, lange Zeit als das Mekka der Kaufkraft in Deutschland bekannt, muss nun seine Spitzenposition räumen. Laut den neusten Daten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, die auf 2023 basieren, hat Heilbronn mit seinen 131.986 Einwohnern Starnberg überholt. Damit ist Starnberg, mit etwa 140.000 Einwohnern, nicht mehr der Kaufkraft-Champion, sondern rutscht auf den zweiten Platz.Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass das durchschnittliche Einkommen in Starnberg bei beeindruckenden 44.500 Euro liegt, was bundesweit den höchsten Wert darstellt.
Das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen wird jedoch durch Preisbereinigungen auf 39.224 Euro gesenkt. Das sind 200 Euro weniger als in Heilbronn, wo Gewinnentnahmen aus Gewerbebetrieben einen erheblichen Teil des Durchschnittseinkommens ausmachen. Diese Sondereffekte könnten 2024 wieder verschwinden, sodass Starnberg möglicherweise nicht auf seinen Spitzenplatz zurückkehrt.Retail News hebt hervor, dass die Lebenshaltungskosten in Starnberg 14% über dem Bundesdurchschnitt liegen, was sich auf das Kaufverhalten der Bürger auswirken kann.
Regionale Unterschiede und Trends
Obwohl die Kaufkraft in Starnberg etwas geschrumpft ist, bleibt der Landkreis in vielerlei Hinsicht eine besondere Region. Mit 26,4 Millionären auf 100.000 Einwohner hat Starnberg die höchste Dichte an Einkommensmillionären in Deutschland. Das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen führt im Freistaat vor Rhön-Grabfeld und Miesbach, wo es 37.078 Euro beträgt.
Die allgemeinen Preiserhöhungen bei Lebensmitteln, Benzin, Gas und Strom können auf die weltpolitische Lage zurückgeführt werden, aber im örtlichen Einzelhandel gibt es bisher keine spürbaren Effekte. Interessanterweise werden in einem Starnberger Autohaus mittlerweile günstigere E-Autos aus China verkauft, wodurch sich der Markt deutlich wandelt. Sportwagen sind dort mittlerweile weniger gefragt.