Am Mittwoch, dem 11. Februar, fand in der Schlossberghalle in Starnberg eine bedeutende sicherheitspolitische Veranstaltung statt. General Carsten Breuer, der Generalinspekteur der Bundeswehr, hielt einen Vortrag über die sicherheitspolitische Lage Deutschlands und die Aufgaben der Bundeswehr. Die Veranstaltung wurde von der Landesgruppe Bayern des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. (VdRBw) sowie dem Arbeitskreis Außen- und Sicherheitspolitik (ASP) der Kreisgruppe Starnberg organisiert. Mit fast 500 Anmeldungen war die Veranstaltung ausgebucht, was die hohe Nachfrage und das Interesse an sicherheitspolitischen Themen verdeutlichte.
Die Kreisvorsitzende des ASP Starnberg, Frau Fromuth Heene, begrüßte die Teilnehmer und hob die Bedeutung der Themen hervor, die General Breuer ansprach. Der Fokus lag auf der Abschreckung der NATO gegenüber möglichen aggressiven Plänen Russlands sowie der Stärkung des Europäischen Beitrags zum Bündnis. Breuer betonte den notwendigen personellen und materiellen Aufwuchs der Bundeswehr und die Dringlichkeit, die Kriegstüchtigkeit der Bundeswehr zu stärken und die Resilienz der Bevölkerung zu fördern. Besonders besorgniserregend war seine Warnung vor möglichen aggressiven Handlungen Russlands im Jahr 2029.
Die Rolle der NATO und der internationalen Zusammenarbeit
General Breuer machte deutlich, dass die Fähigkeit der Bundeswehr, ihren Beitrag zu leisten, unbestreitbar ist. Er stellte die Unveränderlichkeit der NATO-Partnerschaft und die fortwährende Unterstützung durch die USA in den Vordergrund. Nach seinem Vortrag beantwortete Breuer Fragen der Zuhörer, die sich für die zukünftige Entwicklung der sicherheitspolitischen Landschaft interessierten. Im Foyer informierte der VdRBw über den Auftrag des Verbandes, und der Vorstand der Bezirksgruppe Oberbayern nutzte die Gelegenheit zur Netzwerk-Erweiterung.
Diese Veranstaltung in Starnberg ist besonders vor dem Hintergrund der kommenden Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) zu betrachten, die 2026 stattfinden wird. Die MSC, die 1963 gegründet wurde, ist ein bedeutendes informelles Treffen für den internationalen Dialog über Sicherheitspolitik. Bei der MSC 2026 werden rund 120 Länder erwartet, darunter 60 Staats- und Regierungschefs sowie etwa 100 Außen- und Verteidigungsminister. Diese Konferenz bietet eine Plattform für den offenen Austausch über globale Konflikte, Verteidigungspolitik und technologische Risiken, ohne dass Vereinbarungen oder Abschlussdokumente vorgesehen sind. Ein zentrales Thema wird der Multilateralismus sein, sowie die Diskussion über die europäische Handlungsfähigkeit und gemeinsame Visionen in einer zunehmend komplexen Welt.
Ein Blick auf die Entwicklungen der MSC
Die MSC hat sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt und ihren Fokus auf ein breiteres Verständnis von Sicherheit ausgeweitet, das wirtschaftliche, ökologische und menschliche Sicherheit umfasst. Die transatlantischen Beziehungen bleiben ein zentrales Thema. In diesem Jahr wird die Rede des US-Außenministers Marco Rubio mit Spannung erwartet, da er als vergleichsweise den Europäern zugeneigt gilt. Zudem wird Bundeskanzler Friedrich Merz eine außenpolitische Grundsatzrede halten und ein Abendessen mit US-Kongressmitgliedern planen, um die transatlantischen Beziehungen weiter zu stärken.
Die MSC hat in ihrer Geschichte bedeutende Ereignisse erlebt, darunter den historischen Schlagabtausch zwischen Joschka Fischer und Donald Rumsfeld im Jahr 2003 sowie die Rede von Wladimir Putin im Jahr 2007, die als Wendepunkt in den Beziehungen zwischen Russland und dem Westen gilt. In diesem Kontext sind die Themen der MSC 2026 besonders relevant, insbesondere angesichts aktueller Konflikte in der Ukraine, Gaza, Sudan, Venezuela und Ostasien.
Insgesamt zeigt die Veranstaltung in Starnberg, dass die Diskussion über Sicherheitspolitik und die Rolle der Bundeswehr in einem internationalen Kontext von großer Bedeutung ist. Der Austausch von Ideen und Informationen ist entscheidend, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Weitere Informationen zur Veranstaltung und den Themen bietet der Reservistenverband sowie zur Münchner Sicherheitskonferenz die Bundeszentrale für politische Bildung und die Süddeutsche Zeitung.